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	<description>Magazin für Reportagen</description>
	<lastBuildDate>Fri, 25 Sep 2015 01:23:24 +0000</lastBuildDate>
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	<title>Axel Heimken &#8211; WELTSEHER</title>
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		<title>Die Ästhetik von Depression</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Markus Huth]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 17 Nov 2014 00:34:37 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ukraine]]></category>
		<category><![CDATA[Abenteuer]]></category>
		<category><![CDATA[Axel Heimken]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Konflikte]]></category>
		<category><![CDATA[Krieg]]></category>
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					<description><![CDATA[Vor dem Bürgerkrieg in der Ukraine war unser Autor Axel Heimken mit dem Auto von Donezk nach Charkiw unterwegs. Heute wird das Gebiet von pro-russischen Separatisten beherrscht und ist heftig umkämpft. Was ist das für ein Ort, für den so viele sterben?<p> <a class="continue-reading-link" href="https://www.weltseher.de/ukraine/"><i class="icon-right-dir"></i></a></p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: left;"><strong>Vor dem Bürgerkrieg in der Ostukraine war unser Autor Axel Heimken mit dem Auto von Donezk nach Charkiw unterwegs. Heute wird dieses Gebiet von pro-russischen Separatisten beherrscht und ist heftig umkämpft. Was ist das für ein Ort, für den so viele sterben?</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Wenn ich an die Ukraine denke, sind in meinem Kopf immer noch die Bilder von einer Fahrt durch den Osten des Landes präsent. Während der Fußball-Europameisterschaft 2012 habe ich als Sportfotograf im Stadion von Donezk gearbeitet und mich auch zweimal mit dem Auto auf einen knapp 300 km langen Weg nach Charkiw gemacht (beide Städte waren Spielorte der EM). 300 km quer durch die Ostukraine – eine Reise in die Vergangenheit, zu einem Ort, an dem die Zeit stillsteht. Als ob ein Farbfilm die Farbe verliert, der Fernseher auf einmal nur noch blasse Bilder zeigt.</p>
<p style="text-align: justify;">Der Weg in die große Industriestadt Charkiw führt über Straßen mit gewaltigen Schlaglöchern. Und nun auch das noch: Wir haben eine Schlechtwetterphase erwischt. Mitten im Juni ergießen sich immer wieder heftige Schauer über unseren Mietwagen. Ein Albtraum für den Fahrer. Solange es trocken war, konnte ich den Weg und die Schlaglochtiefe noch abschätzen, mit den gefluteten Löchern ist das nicht mehr möglich. Was bleibt, ist Schritttempo.</p>
<h2 style="text-align: left;">&#8222;Bitte kehren Sie bei der nächsten Gelegenheit um&#8220;</h2>
<p style="text-align: justify;">Alle paar Kilometer wechselt das Navigationssystem meines Smartphones die Fahrtrichtung um mindestens 180 Grad. Die vorgeschlagenen Wege und Straßen existieren nicht oder führen in ganz andere Richtungen als die gewünschte. Während des Kalten Krieges hatten die sozialistischen Staaten absichtlich fehlerhafte Karten an Ausländer verteilt, um den Gegner zu verwirren. Ich bekomme gerade das ungute Gefühl, dass mich mein Navi für den Klassenfeind hält. Und das obwohl die Ukraine Europa wohl noch nie so nahe war wie zu dieser EM im Sommer 2012.</p>
<p style="text-align: justify;">In der Hauptstadt Kiew sah ich, wie Tausende Fußballfans aus Dutzenden Nationen ausgelassen zusammen feierten. Die Ukrainer fieberten hier nach dem frühen Ausscheiden ihres Teams mit den anderen europäischen Nationen mit, egal ob Frankreich, England oder Deutschland. Ein Meer des Jubels, des Lächelns, der Farben.</p>
<h2 style="text-align: left;">Endzeitstimmung</h2>
<p style="text-align: justify;">Hier, im Nirgendwo zwischen Donezk und Charkiw, ist diese Fröhlichkeit nur noch eine blasse Erinnerung. Mit meinem Text-Kollegen auf dem Beifahrersitz passiere ich alte Industriegebiete, Gebäude und winzige Städtchen, zu denen mir nur der abgedroschene Spruch „Die haben schon bessere Zeiten gesehen“ in den Sinn kommt. Laternen, die nicht mehr leuchten, säumen die Straßen. In der Dunkelheit erhellen einzig die Scheinwerfer unseres Autos und das schwache Fensterlicht aus sanierungsbedürftigen Häusern unsere Fahrt.</p>
<p style="text-align: justify;"><div class="cycloneslider cycloneslider-template-thumbnails cycloneslider-width-responsive" id="cycloneslider-ukraine-heimken-1" style="max-width:1150px" ><div class="cycloneslider-slides cycle-slideshow"	data-cycle-allow-wrap="true" data-cycle-dynamic-height="off" data-cycle-auto-height="1150:647" data-cycle-auto-height-easing="null" data-cycle-auto-height-speed="250" data-cycle-delay="0" data-cycle-easing="" data-cycle-fx="fade" data-cycle-hide-non-active="true" data-cycle-log="false" data-cycle-next="#cycloneslider-ukraine-heimken-1 .cycloneslider-next" data-cycle-pager="#cycloneslider-ukraine-heimken-1 .cycloneslider-pager" data-cycle-pause-on-hover="true" data-cycle-prev="#cycloneslider-ukraine-heimken-1 .cycloneslider-prev" data-cycle-slides="&gt; div" data-cycle-speed="1000" data-cycle-swipe="false" data-cycle-tile-count="7" data-cycle-tile-delay="100" data-cycle-tile-vertical="true" data-cycle-timeout="90000"	> <div class="cycloneslider-slide cycloneslider-slide-image" > <img src="https://www.weltseher.de/wp-content/uploads/2014/11/Ukraine_Axel_Coloe_05.jpg" alt="" title="" /> <div class="cycloneslider-caption"> <div class="cycloneslider-caption-title"></div> <div class="cycloneslider-caption-description">Schlaglöcher machen ostukrainische Straßen schwer passierbar. Besonders fies: Nach Regen ist die Lochtiefe unklar.</div> </div> </div> <div class="cycloneslider-slide cycloneslider-slide-image" > <img src="https://www.weltseher.de/wp-content/uploads/2014/11/Ukraine_Axel_Coloe_11.jpg" alt="" title="" /> <div class="cycloneslider-caption"> <div class="cycloneslider-caption-title"></div> <div class="cycloneslider-caption-description">Das Ziel der Reise: Charkiw. An diesem Kunstwerk ist es in Russischer, nicht Ukrainischer Sprache angebracht. </div> </div> </div> <div class="cycloneslider-slide cycloneslider-slide-image" > <img src="https://www.weltseher.de/wp-content/uploads/2014/11/Ukraine_Axel_Coloe_16.jpg" alt="" title="" /> <div class="cycloneslider-caption"> <div class="cycloneslider-caption-title"></div> <div class="cycloneslider-caption-description">Alle paar Kilometer verkaufen Bauern und Händler an improvisierten Ständen ihre Ware.</div> </div> </div> <div class="cycloneslider-slide cycloneslider-slide-image" > <img src="https://www.weltseher.de/wp-content/uploads/2014/11/Ukraine_Axel_Coloe_03.jpg" alt="" title="" /> <div class="cycloneslider-caption"> <div class="cycloneslider-caption-title"></div> <div class="cycloneslider-caption-description">Passt schon. Die Ukrainer transportieren pragmatisch.</div> </div> </div> <div class="cycloneslider-slide cycloneslider-slide-image" > <img src="https://www.weltseher.de/wp-content/uploads/2014/11/Ukraine_Axel_Coloe_17.jpg" alt="" title="" /> <div class="cycloneslider-caption"> <div class="cycloneslider-caption-title"></div> <div class="cycloneslider-caption-description">Sowjetische Ehrenmale erinnern an die Gefallenen des "Großen Vaterländischen Krieges".</div> </div> </div> <div class="cycloneslider-slide cycloneslider-slide-image" > <img src="https://www.weltseher.de/wp-content/uploads/2014/11/Ukraine_Axel_Coloe_15.jpg" alt="" title="" /> <div class="cycloneslider-caption"> <div class="cycloneslider-caption-title"></div> <div class="cycloneslider-caption-description">Während der gesamten Fahrt sieht unser Autor die Sonne nicht.</div> </div> </div> <div class="cycloneslider-slide cycloneslider-slide-image" > <img src="https://www.weltseher.de/wp-content/uploads/2014/11/Ukraine_Axel_Coloe_02.jpg" alt="" title="" /> <div class="cycloneslider-caption"> <div class="cycloneslider-caption-title"></div> <div class="cycloneslider-caption-description">Alte Züge auf endlosen Gleisanlagen. Manche fahren noch, andere scheinen ihr letztes Grab gefunden zu haben.</div> </div> </div> <div class="cycloneslider-slide cycloneslider-slide-image" > <img src="https://www.weltseher.de/wp-content/uploads/2014/11/Ukraine_Axel_Coloe_12.jpg" alt="" title="" /> <div class="cycloneslider-caption"> <div class="cycloneslider-caption-title"></div> <div class="cycloneslider-caption-description">Da kommt Stimmung auf. Bei "Sultan" gibt's sogar den deutschen Gartenzwerg.</div> </div> </div> <div class="cycloneslider-slide cycloneslider-slide-image" > <img src="https://www.weltseher.de/wp-content/uploads/2014/11/Ukraine_Axel_Coloe_14.jpg" alt="" title="" /> <div class="cycloneslider-caption"> <div class="cycloneslider-caption-title"></div> <div class="cycloneslider-caption-description">Auf einem Acker wie diesem wird das Passagierflugzeug MH-17 abstürzen.</div> </div> </div> <div class="cycloneslider-slide cycloneslider-slide-image" > <img src="https://www.weltseher.de/wp-content/uploads/2014/11/Ukraine_Axel_Coloe_04.jpg" alt="" title="" /> <div class="cycloneslider-caption"> <div class="cycloneslider-caption-title"></div> <div class="cycloneslider-caption-description">Meteorologen behaupten, dass auch in der Ostukraine mal die Sonne scheint.</div> </div> </div> <div class="cycloneslider-slide cycloneslider-slide-image" > <img src="https://www.weltseher.de/wp-content/uploads/2014/11/Ukraine_Axel_Coloe_13.jpg" alt="" title="" /> <div class="cycloneslider-caption"> <div class="cycloneslider-caption-title"></div> <div class="cycloneslider-caption-description">Auch Industrieschornsteine schmücken die Landschaft.</div> </div> </div> </div><div class="cycloneslider-prev"></div><div class="cycloneslider-next"></div></div><div id="cycloneslider-ukraine-heimken-1-pager" class="cycloneslider-template-thumbnails cycloneslider-thumbnails"	style="max-width:1150px" ><ul class="clearfix"> <li><img src="https://www.weltseher.de/wp-content/uploads/2014/11/Ukraine_Axel_Coloe_05-40x40.jpg" width="40" height="40" alt="" title="" /></li> <li><img src="https://www.weltseher.de/wp-content/uploads/2014/11/Ukraine_Axel_Coloe_11-40x40.jpg" width="40" height="40" alt="" title="" /></li> <li><img src="https://www.weltseher.de/wp-content/uploads/2014/11/Ukraine_Axel_Coloe_16-40x40.jpg" width="40" height="40" alt="" title="" /></li> <li><img src="https://www.weltseher.de/wp-content/uploads/2014/11/Ukraine_Axel_Coloe_03-40x40.jpg" width="40" height="40" alt="" title="" /></li> <li><img src="https://www.weltseher.de/wp-content/uploads/2014/11/Ukraine_Axel_Coloe_17-40x40.jpg" width="40" height="40" alt="" title="" /></li> <li><img src="https://www.weltseher.de/wp-content/uploads/2014/11/Ukraine_Axel_Coloe_15-40x40.jpg" width="40" height="40" alt="" title="" /></li> <li><img src="https://www.weltseher.de/wp-content/uploads/2014/11/Ukraine_Axel_Coloe_02-40x40.jpg" width="40" height="40" alt="" title="" /></li> <li><img src="https://www.weltseher.de/wp-content/uploads/2014/11/Ukraine_Axel_Coloe_12-40x40.jpg" width="40" height="40" alt="" title="" /></li> <li><img src="https://www.weltseher.de/wp-content/uploads/2014/11/Ukraine_Axel_Coloe_14-40x40.jpg" width="40" height="40" alt="" title="" /></li> <li><img src="https://www.weltseher.de/wp-content/uploads/2014/11/Ukraine_Axel_Coloe_04-40x40.jpg" width="40" height="40" alt="" title="" /></li> <li><img src="https://www.weltseher.de/wp-content/uploads/2014/11/Ukraine_Axel_Coloe_13-40x40.jpg" width="40" height="40" alt="" title="" /></li> </ul></div>
<p style="text-align: justify;">Wir fahren an einem alten Industriekomplex vorbei und im Radio läuft „Nothing Else Matters“ von Metallica – und das auch noch in einer akustischen Version mit Streichern. Endzeitstimmung. Das ist die passende Musik zu der deprimierenden Vorstellung des Films „Ostukraine“ der durch die Autofenster projiziert wird. Vielleicht hilft ja runter kurbeln.</p>
<h2 style="text-align: left;">Zurück im Kalten Krieg</h2>
<p style="text-align: justify;">Ich frage nach dem Weg, doch man spricht hier nur Russisch, vielleicht noch Ukrainisch. Nicht dass das wichtig wäre, ich verstehe von beidem kein Wort. Weiter westlich hatte ich mich aber wenigstens noch mit Englisch durchschlagen können. Hier schauen mich die Menschen misstrauisch an. Mir scheint, ich bin der erste Westler, den so mancher zu Gesicht bekommt. Ich möchte ihnen zurufen: &#8222;Der Krieg ist vorbei, entspannt euch!&#8220; Stattdessen kurble ich die Scheibe wieder hoch.</p>
<p style="text-align: justify;">Denn ich bekomme gerade selbst Zweifel, ob der Kalte Krieg wirklich schon vorbei ist. Nicht nur, dass mein Navi mich in die Irre führen will. Wir passieren auch immer mehr Monumente und Denkmäler, auf denen Hammer und Sichel prangen. Machtsymbolik der untergegangenen Sowjetunion. Steinerne Soldaten, die an die Gefallenen des &#8222;Großen Vaterländischen Kriegs&#8220; erinnern, wie sie den Russlandfeldzug Nazi-Deutschlands hier nennen. Einige Historiker meinen, dass die Erinnerung an diesen Krieg das Wichtigste ist, dass früher die Sowjetunion und heute Russland zusammenhält.</p>
<h2 style="text-align: left;">Das Land des Nicht-Lächelns</h2>
<p style="text-align: justify;"><div class="su-spacer" style="height:20px"></div>
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<div class="su-spacer" style="height:40px"></div>
<p style="text-align: justify;">Und wir zwei Deutsche, vielleicht schlimmer: ahnungslose Sportreporter, kurven hier durch und fragen nach dem Weg. Immer wenn ich die Chance bekomme, zu fragen, habe ich wieder einen Menschen gefunden, dessen Sprache ich nicht spreche und der mir nicht wohlgesonnen zu sein scheint. Ich kann nicht kommunizieren. Und so bleiben nur die Bilder und Eindrücke einer langen Fahrt. Einer Fahrt, bei der das Auffälligste an den Menschen ist, dass ich nie jemanden lachen sehe.</p>
<p style="text-align: justify;">Zuerst vermute ich Zufall. Also beschließe ich, genauer hinzuschauen. Schließlich sogar in jedes sich mir zeigende Gesicht am Wegesrand. Doch niemand lacht. Weder die Menschen, die an der Straße Dinge des täglichen Lebens verkaufen und deren improvisierten Stände alle paar Kilometer auftauchen. Noch die Fahrer der schmutzigen Ladas, deren Baujahr kaum noch schätzbar ist. Passanten gehen meist stoisch, langsam ihres Weges. Ein bisschen gebückt so als würden sie nicht wollen, dass man sie bemerkt.</p>
<h2 style="text-align: left;">Kommendes Grab für MH-17</h2>
<p style="text-align: justify;">Auf der mehrstündigen Fahrt durch unzählige Örtchen sehe ich kein einziges Kind spielen. Dafür aber Menschen, die auf ihrem Weg alte Bahngleise kreuzen. Endlose Schienen, für die es keine richtigen Übergänge gibt. Auf einigen der Gleisanlagen haben Züge nach langem Rosten ihr letztes Grab gefunden. Immer wieder passieren wir graue Schornsteine, nur aus wenigen drückt sich Qualm in den Wolken behangenen Himmel. Bald wieder endlose Ackerflächen. Stille.</p>
<p style="text-align: justify;">Kaum vorstellbar, dass in ziemlich genau zwei Jahren auf einem dieser Äcker das Passagierflugzeug MH-17 abstürzen wird. Laut, krachend, blutig. Fast 300 Menschen werden sterben, vermutlich weil ostukrainische Separatisten das Flugzeug aus Versehen abschießen. In einem grausamen Bürgerkrieg kämpfen sie dafür, dass dieser Ort bei Russland bleiben kann. Sich nicht mit dem Rest der Ukraine Europa nähert, dessen Fußballfest hier im Sommer 2012 gerade ausgerichtet wird.</p>
<h2 style="text-align: left;">Ein Raumschiff zwischen Plattenbauten</h2>
<p style="text-align: justify;">Die Separatisten, sind das die gleichen Menschen, die ich unterwegs gesehen habe? Die stoischen, gleichgültigen, gebückten? Sie schienen mir eher am Leben nicht mehr interessiert zu sein. Hier im zeitlosen Nirgendwo, in einem Land ohne Lächeln.</p>
<p style="text-align: justify;">Nach langer Fahrt erreichen wir Charkiw. Die zweitgrößte Stadt der Ukraine, dominiert von Plattenbauten. Nur das Stadion hat die Form eines gewaltigen gequetschten Donuts. Wenn es nachts bunt erleuchtet ist, liegt der Donut wie ein außerirdisches Raumschiff inmitten der alten Stahlarbeiterstadt.</p>
<p style="text-align: justify;">Für die EM ist die Spielstätte des Stadtklubs &#8222;Metalist&#8220; umgebaut worden, für 75 Millionen Euro, um über 41.000 Zuschauern Platz zu bieten. Allein: Die wollen ihn nicht, viele Sitze bleiben leer. Die Eintrittspreise zur EM sind für die meisten Ukrainer unerschwinglich. Warum haben sie mit dem Geld nicht die vielen Schlaglöcher repariert? Die werden noch da sein, wenn die Fußballwelt längst weitergezogen ist.</p>
<h2 style="text-align: left;">Russische Flaggen überall</h2>
<p style="text-align: justify;">Wenige ausländische Fußballfans haben die Reise nach Charkiw auf sich genommen. Als die Deutschen die Niederländer hier in der Vorrunde besiegen, interessiert das von den Einheimischen kaum jemanden. Das Publikum schwingt russische Fahnen, obwohl die russische Mannschaft während der gesamten EM nicht hier spielt. Ich fühle mich jedenfalls nicht sonderlich willkommen. Abreise nach Donezk, wo die Stimmung sogar noch russischer ist.</p>
<p style="text-align: justify;">Wenigstens das Navi kann mich nicht mehr austricksen, ich kenne nun den Weg. Vorbei an endlosen Äckern, alten Industrieanlagen durch Schlaglöcher und beobachtet von ernsten, fahlen Gesichtern. Dass hier bald ein Bürgerkrieg toben wird, hätte ich mir damals im Sommer 2012 nicht vorstellen können. Warum kämpfen sie dafür, dass dieser Ort so bleibt wie er ist, frage ich mich heute. Dieser Ort, an dem die Zeit still steht.</p>
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		<title>Im Bauch der Panzerkröte</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Markus Huth]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 27 Jul 2014 11:00:37 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Afghanistan]]></category>
		<category><![CDATA[Abenteuer]]></category>
		<category><![CDATA[Axel Heimken]]></category>
		<category><![CDATA[Konflikte]]></category>
		<category><![CDATA[OP North]]></category>
		<category><![CDATA[Terrorismus]]></category>
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					<description><![CDATA[Im Norden Afghanistans haben die Taliban selbst gebastelte Sprengfallen auf den Straßen versteckt. Sie sollen die  internationalen Truppen treffen, töten aber oft auch Kinder und Unbeteiligte. Soldaten der Bundeswehr entschärfen die Sprengsätze. Unser Autor Axel Heimken hat sie bei ihrem lebensgefährlichen Job begleitet.<p> <a class="continue-reading-link" href="https://www.weltseher.de/im-bauch-der-panzerkroete/"><i class="icon-right-dir"></i></a></p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: left;"><strong>Im Norden Afghanistans haben die Taliban selbst gebastelte Sprengfallen auf den Straßen versteckt. Sie sollen die  internationalen Truppen treffen, töten aber oft auch Kinder und Unbeteiligte. Soldaten der Bundeswehr entschärfen die Sprengsätze. Unser Autor Axel Heimken hat sie bei ihrem lebensgefährlichen Job begleitet.</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Noch ist es kalt und grau hier oben. Doch nach und nach tüncht die aufsteigende Sonne die Berge Afghanistans in braun-grüne Farbe, und ich erklimme den Gipfel des &#8222;OP North&#8220;. Ein entlegener Außenposten der Bundeswehr, den die Soldaten in den Bergen der Provinz Baghlan errichtet haben. Von hier aus überblicken sie die umliegenden Täler, die sich zwischen kargen Bergketten hindurch winden wie ein Knäuel aus Schlangen. Mit Sturmgewehren vom Typ G36 halten die Soldaten Wache. Immer auf Ausschau nach feindlichen Kämpfern, den Taliban.</p>
<p style="text-align: justify;">Von mir nehmen sie hingegen kaum Notiz. Und so ächze ich die provisorische Holztreppe hinauf, die sie an den Fels gehauen haben. Oben angekommen traue ich meinen Augen nicht. Da steht doch tatsächlich ein Kühlschrank. “Wenn der kleine Hunger kommt”, feichst ein Obergefreiter, der gerade aus dem Zelt des Kommandeurs kommt. Zwei dösende Katzen vor dem Zelt beobachten mich durch schwere Augenlider, als ob sie den Kühlschrank bewachen.</p>
<p style="text-align: justify;">“Das sind Heckler und Koch”, sagt der Obergefreite. Soldaten hätten die abgemagerten Tiere gefunden und jetzt kümmere sich das Lager um sie. Katzen nach einem Waffenhersteller zu benennen, das ist der typische Humor hier. Plötzlich spuckt das Zelt des Kommandeurs eine Pioniereinheit aus. Sie hat gerade einen Auftrag erhalten. “Patrouille”, knurrt mich ein Feldwebel an und zeigt auf einige gepanzerte Fahrzeuge mit riesigen Reifen, die unten am Fuß der Treppe in Reih und Glied geparkt sind. “Steig ein.”</p>
<p style="text-align: justify;"><div class="cycloneslider cycloneslider-template-thumbnails cycloneslider-width-responsive" id="cycloneslider-afghanistan-heimken-2" style="max-width:1150px" ><div class="cycloneslider-slides cycle-slideshow"	data-cycle-allow-wrap="true" data-cycle-dynamic-height="off" data-cycle-auto-height="1150:647" data-cycle-auto-height-easing="null" data-cycle-auto-height-speed="250" data-cycle-delay="0" data-cycle-easing="" data-cycle-fx="fade" data-cycle-hide-non-active="true" data-cycle-log="false" data-cycle-next="#cycloneslider-afghanistan-heimken-2 .cycloneslider-next" data-cycle-pager="#cycloneslider-afghanistan-heimken-2 .cycloneslider-pager" data-cycle-pause-on-hover="true" data-cycle-prev="#cycloneslider-afghanistan-heimken-2 .cycloneslider-prev" data-cycle-slides="&gt; div" data-cycle-speed="1000" data-cycle-swipe="false" data-cycle-tile-count="7" data-cycle-tile-delay="100" data-cycle-tile-vertical="true" data-cycle-timeout="2147483647"	> <div class="cycloneslider-slide cycloneslider-slide-image" > <img src="https://www.weltseher.de/wp-content/uploads/2014/07/Afghanistan_Panzer_Kinder_Heimken.jpg" alt="" title="" /> <div class="cycloneslider-caption"> <div class="cycloneslider-caption-title"></div> <div class="cycloneslider-caption-description">Mit gepanzerten Fahrzeugen vom Typ "Dingo" machen sich Bundeswehrsoldaten im Norden Afghanistans auf die Suche nach Sprengfallen am Straßenrand. © Axel Heimken</div> </div> </div> <div class="cycloneslider-slide cycloneslider-slide-image" > <img src="https://www.weltseher.de/wp-content/uploads/2014/07/Afghanistan_Panzer_Wegesrand_Heimken.jpg" alt="" title="" /> <div class="cycloneslider-caption"> <div class="cycloneslider-caption-title"></div> <div class="cycloneslider-caption-description">Während die Soldaten nach versteckten Sprengfallen suchen, rollt der alltägliche Verkehr über die viel befahrene Straße. © Axel Heimken</div> </div> </div> <div class="cycloneslider-slide cycloneslider-slide-image" > <img src="https://www.weltseher.de/wp-content/uploads/2014/07/Afghanistan_Mann_Fahrrad_Heimken.jpg" alt="" title="" /> <div class="cycloneslider-caption"> <div class="cycloneslider-caption-title"></div> <div class="cycloneslider-caption-description">Auch für ihn können die selbst gebastelten Sprengladungen der Taliban tödlich sein: Ein Einheimischer auf dem Fahrrad. © Axel Heimken</div> </div> </div> <div class="cycloneslider-slide cycloneslider-slide-image" > <img src="https://www.weltseher.de/wp-content/uploads/2014/07/Afghanistan_Panzer_Patroullie_Heimken.jpg" alt="" title="" /> <div class="cycloneslider-caption"> <div class="cycloneslider-caption-title"></div> <div class="cycloneslider-caption-description">Gepanzerte Bundeswehr-Fahrzeuge vom Typ "Fuchs". © Axel Heimken</div> </div> </div> <div class="cycloneslider-slide cycloneslider-slide-image" > <img src="https://www.weltseher.de/wp-content/uploads/2014/07/Afghanistan_Soldat_Wegesrand_Heimken.jpg" alt="" title="" /> <div class="cycloneslider-caption"> <div class="cycloneslider-caption-title"></div> <div class="cycloneslider-caption-description">Die Soldaten suchen mit bloßen Augen nach Drähten oder Metallplatten, die auf eine Sprengfalle deuten können. © Axel Heimken</div> </div> </div> <div class="cycloneslider-slide cycloneslider-slide-image" > <img src="https://www.weltseher.de/wp-content/uploads/2014/07/Afghanistan_Soldaten_Bombensuchen_Heimken.jpg" alt="" title="" /> <div class="cycloneslider-caption"> <div class="cycloneslider-caption-title"></div> <div class="cycloneslider-caption-description">Während ein Soldat mögliche Sprengfallen untersucht, sichern ihn seine Kameraden mit der Waffe im Anschlag. © Axel Heimken</div> </div> </div> <div class="cycloneslider-slide cycloneslider-slide-image" > <img src="https://www.weltseher.de/wp-content/uploads/2014/07/Afghanistan_Panzer_Nebel_Heimken.jpg" alt="" title="" /> <div class="cycloneslider-caption"> <div class="cycloneslider-caption-title"></div> <div class="cycloneslider-caption-description">Ein gepanzertes Bundeswehr-Fahrzeug vom Typ "Dingo" fährt an einem bepackten Esel vorbei. © Axel Heimken</div> </div> </div> <div class="cycloneslider-slide cycloneslider-slide-image" > <img src="https://www.weltseher.de/wp-content/uploads/2014/07/Afghanistan_Lager_nah_Heimken.jpg" alt="" title="" /> <div class="cycloneslider-caption"> <div class="cycloneslider-caption-title"></div> <div class="cycloneslider-caption-description">Der Bundeswehr-Außenposten "OP North" aus der Vogelperspektive. Inzwischen ist die Bundeswehr von hier abgezogen. © Axel Heimken</div> </div> </div> <div class="cycloneslider-slide cycloneslider-slide-image" > <img src="https://www.weltseher.de/wp-content/uploads/2014/07/Afghanistan_Lager_Deutschland_Heimken.jpg" alt="" title="" /> </div> </div><div class="cycloneslider-prev"></div><div class="cycloneslider-next"></div></div><div id="cycloneslider-afghanistan-heimken-2-pager" class="cycloneslider-template-thumbnails cycloneslider-thumbnails"	style="max-width:1150px" ><ul class="clearfix"> <li><img src="https://www.weltseher.de/wp-content/uploads/2014/07/Afghanistan_Panzer_Kinder_Heimken-40x40.jpg" width="40" height="40" alt="" title="" /></li> <li><img src="https://www.weltseher.de/wp-content/uploads/2014/07/Afghanistan_Panzer_Wegesrand_Heimken-40x40.jpg" width="40" height="40" alt="" title="" /></li> <li><img src="https://www.weltseher.de/wp-content/uploads/2014/07/Afghanistan_Mann_Fahrrad_Heimken-40x40.jpg" width="40" height="40" alt="" title="" /></li> <li><img src="https://www.weltseher.de/wp-content/uploads/2014/07/Afghanistan_Panzer_Patroullie_Heimken-40x40.jpg" width="40" height="40" alt="" title="" /></li> <li><img src="https://www.weltseher.de/wp-content/uploads/2014/07/Afghanistan_Soldat_Wegesrand_Heimken-40x40.jpg" width="40" height="40" alt="" title="" /></li> <li><img src="https://www.weltseher.de/wp-content/uploads/2014/07/Afghanistan_Soldaten_Bombensuchen_Heimken-40x40.jpg" width="40" height="40" alt="" title="" /></li> <li><img src="https://www.weltseher.de/wp-content/uploads/2014/07/Afghanistan_Panzer_Nebel_Heimken-40x40.jpg" width="40" height="40" alt="" title="" /></li> <li><img src="https://www.weltseher.de/wp-content/uploads/2014/07/Afghanistan_Lager_nah_Heimken-40x40.jpg" width="40" height="40" alt="" title="" /></li> <li><img src="https://www.weltseher.de/wp-content/uploads/2014/07/Afghanistan_Lager_Deutschland_Heimken-40x40.jpg" width="40" height="40" alt="" title="" /></li> </ul></div>
<p style="text-align: justify;">Eingeklemmt zwischen sieben Soldaten, voll ausgerüstet mit Schutzwesten, Helmen und Gewehren, wird mir ganz mulmig. Sie sollen den afghanischen Todbringer Nummer 1 finden und unschädlich machen: hinterhältige Sprengfallen, sogenannte IEDs (Improvised Explosive Devices). Selbst gebastelt und zumeist an Straßen versteckt. Die Taliban hoffen, damit die Militärfahrzeuge der internationalen Truppen zu treffen. Doch, sagt der Soldat neben mir, oft erwische es die Zivilbevölkerung. Ich denke an die Fußball spielenden Kinder, die ich am Tag zuvor am Straßenrand gesehen habe. Der Auftrag der Pioniere lautet: Sucht die Sprengfallen. Auf den Straßen, in Abwasserkanälen. Findet sie und macht sie unschädlich. Zum Glück dröhnt und rattert es in dem Fahrzeug so laut, dass mein schweres Schlucken nicht zu hören ist.</p>
<h2 style="text-align: left;">&#8222;Die Sorge, über eine Sprengfalle zu rollen, fährt immer mit.&#8220;</h2>
<p style="text-align: justify;">“Ruhig Blut”, krächzt die Stimme des Sitznachbars aus meinem Kopfhörer. “Wir sind hier schon seit einer ganzen Weile nicht mehr beschossen worden.” Die Gegend um den &#8222;OP North&#8220; gelte inzwischen als ruhig. Und so ruckelt der Konvoi aus mehreren gepanzerten Fahrzeugen über die staubigen Bergstraßen in Richtung der Provinzhauptstadt Pol-e Chomri. Die Soldaten nennen die Radmonster &#8222;Dingos&#8220; und &#8222;Füchse&#8220;, doch der langsam fahrende Konvoi erinnert mich mehr an ein Rudel überdimensionaler Schildkröten.</p>
<p style="text-align: justify;">Plötzlich ein Ruck. Die behelmten Köpfe wackeln einmal vor und zurück. Unsere Schildkröte hält. “Absitzen”, sagt der Feldwebel mit ruhiger Stimme. Die Pioniere sollen den Straßenrand nach Sprengfallen absuchen. Alle sind froh, endlich raus zu können. Denn die Sorge, über eine Sprengfalle zu rollen, fährt immer mit.</p>
<p style="text-align: justify;">Während ich mit eingezogenem Kopf aussteige, suchen meine Augen die inzwischen gleißend helle Umgebung ab. Zu meiner Erleichterung fällt kein Schuss, schallt keine Explosion. Stattdessen passiert ein Auto nach dem anderen die viel befahrene Straße. Auf mich wirkt die Situation irgendwie absurd: Menschen fahren zur Arbeit, gehen ihrem Alltag nach. Und die deutschen Soldaten suchen am Straßenrand nach Sprengfallen. Klick.</p>
<p style="text-align: justify;">Ein Pionier zuckt kurz, als meine Kamera auslöst. Es sei schon vorgekommen, sagt er nach einer kleinen Pause, dass Sprengfallen aus der Ferne per Funk gezündet wurden. Deswegen haben die Bundeswehr-Fahrzeuge große Antennen auf den Dächern, die Funkwellen blockieren sollen. Weil der Sprengstoff aber eigentlich durch das Gewicht von Fahrzeugen aktiviert wird, parken die Radpanzer 100 Meter von uns entfernt.</p>
<h2 style="text-align: left;">Niemand spricht</h2>
<p style="text-align: justify;">Drei quälend lange Stunden verbleiben die Pioniere am Straßenrand. Während zwei Soldaten mit bloßem Auge suchen &#8211; nach Kabeln, Drähten, Batterien oder einer Kontaktplatte &#8211; sichern zwei Kameraden mit Sturmgewehren. Es ist die sprichwörtliche Suche nach der Nadel im Heuhaufen. Besonders perfide: Manchmal warten die Täter, bis die Soldaten weg sind, um genau an dieser Stelle eine Sprengfalle zu legen. Heute finden die Pioniere: nichts. Ich weiß nicht, ob sie erleichtert oder enttäuscht sind, aber auf der Rückfahrt zum &#8222;OP North&#8220; spricht niemand.</p>
<p style="text-align: justify;">Ich stoße die Dachluke des Panzers auf, um Fotos zu machen. Vor mir erheben sich gewaltige Staubfontänen, aufgewirbelt von den Militärfahrzeugen. Fotos gelingen mir keine. Schon nach wenigen Augenblicken ist die Linse des Objektivs mit einer dicken Staubschicht überzogen. Hustend krieche ich zurück auf meinen Platz. Mein Ungeschick sorgt für Erheiterung im Bauch der Schildkröte. Das erste Lachen an diesem Tag.</p>
<p style="text-align: justify;">Zurück im &#8222;OP North&#8220; steige ich mit mit den Pionieren die Bergtreppe hinauf. Sie wollen dem Kommandeur Bericht erstatten. Es fühlt sich leichtfüßiger an als am Morgen. Heckler und Koch dösen immer noch vor dem Kühlschrank. Wäre Alkohol auf dem Gefechtsstützpunkt nicht streng verboten, gerne hätte ich mit den Soldaten mit einem kalten Bier angestoßen. Auf das Leben.</p>
<h6 style="text-align: justify;"><em>Anmerkung der Redaktion: Unser Autor Axel Heimken erlebte diese Geschichte 2012. Inzwischen hat die Bundeswehr den OP North im Rahmen ihres Abzugs aus Afghanistan aufgegeben.<br />
</em></h6>
<h5 style="text-align: center;"><em> Warum unser Autor Axel Heimken nach Afghanistan wollte, erfährst du im</em></h5>
<p><a title="Autoreninterview mit Axel Heimken" href="http://weltseher.de/autoreninterview-mit-axel-heimken/" rel="attachment wp-att-1480"><img class="size-full wp-image-1480 aligncenter" src="http://weltseher.de/wp-content/uploads/2014/06/Siehdiewelt.png" alt="Autoren-Interview" width="200" height="50" data-id="1480" /></a></p>
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