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	<description>Magazin für Reportagen</description>
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	<title>Rohstoffe &#8211; WELTSEHER</title>
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		<title>Im Höllenschlund von Gunung Ijen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 13 Jul 2014 11:00:14 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Indonesien]]></category>
		<category><![CDATA[Abenteuer]]></category>
		<category><![CDATA[Annabel Trautwein]]></category>
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					<description><![CDATA[Der aktive Vulkan Gunung Ijen gehört zu den gefährlichsten auf der indonesischen Insel Java. Täglich steigen Minenarbeiter in den Krater herab, um Schwefel abzubauen. Unsere Autorin Annabel Trautwein hat sich in den Höllenschlund gewagt.<p> <a class="continue-reading-link" href="https://www.weltseher.de/im-hoellenschlund-von-gunung-ijen/"><i class="icon-right-dir"></i></a></p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: left;"><strong>Der aktive Vulkan Gunung Ijen gehört zu den gefährlichsten auf der indonesischen Insel Java. Täglich steigen Minenarbeiter in den Krater herab, um Schwefel abzubauen. Unsere Autorin Annabel Trautwein hat sich in den Höllenschlund gewagt.<br />
</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Der nächtliche javanische Wald hält den Atem an. Der Regen ist vorbei, die Malaria-Mücken haben ihr erstes Blutmahl schon hinter sich. Kein Hahn, keine Grillen, kein Mofageknatter im Dorf. Nur aus den Zimmern der Touristen strahlt Neonlicht. Victor, ein 24-Jähriger mit Topfhaarschnitt und Brille klopft an die Türen: „Are you ready? Can we go now?“ Heute Nacht ist er der Guide, nicht nur Touristikstudent aus der Provinzstadt Batu. Gleich soll er die Touristen auf den Gunung Ijen führen, einen der gefährlichsten Vulkane der indonesischen Insel. Victor selbst war noch nie dort. Aber er weiß: Touristen müssen zur Eile getrieben werden. „Are you ready?“ Wer das blaue Feuer von Gunung Ijen sucht, muss vor dem Tageslicht im Krater sein. Kurz darauf bremst Friendick, der Fahrer. Aus seinem Jeep fallen die Passagiere in die Finsternis.</p>
<p style="text-align: justify;">Nach und nach klettern schlaftrunkene Gestalten aus Autos und trotten los. Es geht steil bergauf, immer weiter durch die Schwärze der Nacht. Der Urwald schluckt das Licht der Taschenlampen und behält seine Geheimnisse für sich. Nebel verhüllt das Himmelszelt. Selten reißt die Decke auf – dann lösen die Menschen ihren Blick vom Boden, heben die Köpfe und taumeln unter der Wucht des Sternenhimmels. Nur manche sind dabei, die nicht aufblicken. Sie nahen von hinten, ihre Schritte knirschen auf dem grindigen Pfad. Die Nacht verbirgt ihre Gesichter. Alle schweigen.</p>
<p style="text-align: justify;">Der Weg streckt sich auf den Rücken des Kraterrands, in der Tiefe versinkt der Wald – keuchend erreichen die Wanderer den Grat. Die Lichtkegel ihrer Taschenlampen tasten sich einen Abhang hinab. Nichts als Fels und Geröll. Noch steiler als zuvor bergauf geht es nun in die Tiefe. Friendick klettert voran und beleuchtet den Weg. Er kennt ihn und seine Tücken. Schritt für Schritt tippelt das Grüppchen hinter seinem Lichtkegel her. Warnungen und Worte des Danks irren durchs Dunkel, die Felsen kippeln unter den Sohlen der Trekkingschuhe. Der Abstieg scheint Stunden zu dauern. Victor redet von dem „blue light“, einem einzigartigen Naturspektakel. Noch ist kein Schimmer davon zu sehen, nur Fels, Geröll, Finsternis.</p>
<p style="text-align: justify;"><div class="cycloneslider cycloneslider-template-thumbnails cycloneslider-width-responsive" id="cycloneslider-java-gunung-ijen-1" style="max-width:1150px" ><div class="cycloneslider-slides cycle-slideshow"	data-cycle-allow-wrap="true" data-cycle-dynamic-height="off" data-cycle-auto-height="1150:647" data-cycle-auto-height-easing="null" data-cycle-auto-height-speed="250" data-cycle-delay="0" data-cycle-easing="" data-cycle-fx="fade" data-cycle-hide-non-active="true" data-cycle-log="false" data-cycle-next="#cycloneslider-java-gunung-ijen-1 .cycloneslider-next" data-cycle-pager="#cycloneslider-java-gunung-ijen-1 .cycloneslider-pager" data-cycle-pause-on-hover="true" data-cycle-prev="#cycloneslider-java-gunung-ijen-1 .cycloneslider-prev" data-cycle-slides="&gt; div" data-cycle-speed="1000" data-cycle-swipe="false" data-cycle-tile-count="7" data-cycle-tile-delay="100" data-cycle-tile-vertical="true" data-cycle-timeout="2147483647"	> <div class="cycloneslider-slide cycloneslider-slide-image" > <img src="https://www.weltseher.de/wp-content/uploads/2014/05/Gunung_Vulkan_Danger.jpg" alt="" title="" /> <div class="cycloneslider-caption"> <div class="cycloneslider-caption-title"></div> <div class="cycloneslider-caption-description">Gunung Ijen - einer der gefährlichsten Vulkane der indonesischen Insel Java. ©Michael Ziehl</div> </div> </div> <div class="cycloneslider-slide cycloneslider-slide-image" > <img src="https://www.weltseher.de/wp-content/uploads/2014/05/Gunung_Schwefel_Quelle_Rauch.jpg" alt="" title="" /> <div class="cycloneslider-caption"> <div class="cycloneslider-caption-title"></div> <div class="cycloneslider-caption-description">Der Vulkan ist aktiv, 1999 brach er zuletzt aus und bedeckte das Tal mit Asche und Schlamm. ©Michael Ziehl</div> </div> </div> <div class="cycloneslider-slide cycloneslider-slide-image" > <img src="https://www.weltseher.de/wp-content/uploads/2014/05/Gunung_Tonnen_Rauch.jpg" alt="" title="" /> <div class="cycloneslider-caption"> <div class="cycloneslider-caption-title"></div> <div class="cycloneslider-caption-description">Unablässig quillt der Schwefeldampf daraus hervor. Mitten in den beißenden Schwaden steht ein Bergarbeiter und bricht mit einer Eisenstange den Schwefelbelag von den Felsen. ©Michael Ziehl</div> </div> </div> <div class="cycloneslider-slide cycloneslider-slide-image" > <img src="https://www.weltseher.de/wp-content/uploads/2014/05/Gunung_Traeger_Berg.jpg" alt="" title="" /> <div class="cycloneslider-caption"> <div class="cycloneslider-caption-title"></div> <div class="cycloneslider-caption-description">Der Weg zum Vulkan führt über einen schmalen Bergrücken. Die Träger laufen diesen Weg auch in der Dunkelheit. ©Michael Ziehl</div> </div> </div> <div class="cycloneslider-slide cycloneslider-slide-image" > <img src="https://www.weltseher.de/wp-content/uploads/2014/05/Gunung_Schwefel_Transportweg_Traeger.jpg" alt="" title="" /> <div class="cycloneslider-caption"> <div class="cycloneslider-caption-title"></div> <div class="cycloneslider-caption-description">Der gelbe Atem von Gunung Ijen ist ein Rohstoff, der sich gut verkaufen lässt. Die Industrie verarbeitet ihn zu Streichhölzern oder verwendet ihn bei der Raffinade von Zucker. ©Michael Ziehl</div> </div> </div> <div class="cycloneslider-slide cycloneslider-slide-image" > <img src="https://www.weltseher.de/wp-content/uploads/2014/05/Gunung_Transportweg_Traeger.jpg" alt="" title="" /> </div> <div class="cycloneslider-slide cycloneslider-slide-image" > <img src="https://www.weltseher.de/wp-content/uploads/2014/05/Gunung_Dorf_Schwefel_Traeger_Korb.jpg" alt="" title="" /> <div class="cycloneslider-caption"> <div class="cycloneslider-caption-title"></div> <div class="cycloneslider-caption-description">Die Träger bringen ihre Ladung ins Dorf. Hier wird der Schwefel dann gewogen. ©Michael Ziehl</div> </div> </div> <div class="cycloneslider-slide cycloneslider-slide-image" > <img src="https://www.weltseher.de/wp-content/uploads/2014/05/Gunung_Traeger_Korb_schwefel.jpg" alt="" title="" /> <div class="cycloneslider-caption"> <div class="cycloneslider-caption-title"></div> <div class="cycloneslider-caption-description">Die meisten Schwefelträger seien sogar schon mit 50 körperlich am Ende. In der Regel schafften sie auf einer Tour 80 bis 90 Kilo, manche auch 100. ©Michael Ziehl</div> </div> </div> <div class="cycloneslider-slide cycloneslider-slide-image" > <img src="https://www.weltseher.de/wp-content/uploads/2014/07/Gunung_Waage_Schwefel.jpg" alt="" title="" /> <div class="cycloneslider-caption"> <div class="cycloneslider-caption-title"></div> <div class="cycloneslider-caption-description">Die Waage im Dorf. ©Michael Ziehl</div> </div> </div> </div><div class="cycloneslider-prev"></div><div class="cycloneslider-next"></div></div><div id="cycloneslider-java-gunung-ijen-1-pager" class="cycloneslider-template-thumbnails cycloneslider-thumbnails"	style="max-width:1150px" ><ul class="clearfix"> <li><img src="https://www.weltseher.de/wp-content/uploads/2014/05/Gunung_Vulkan_Danger-40x40.jpg" width="40" height="40" alt="" title="" /></li> <li><img src="https://www.weltseher.de/wp-content/uploads/2014/05/Gunung_Schwefel_Quelle_Rauch-40x40.jpg" width="40" height="40" alt="" title="" /></li> <li><img src="https://www.weltseher.de/wp-content/uploads/2014/05/Gunung_Tonnen_Rauch-40x40.jpg" width="40" height="40" alt="" title="" /></li> <li><img src="https://www.weltseher.de/wp-content/uploads/2014/05/Gunung_Traeger_Berg-40x40.jpg" width="40" height="40" alt="" title="" /></li> <li><img src="https://www.weltseher.de/wp-content/uploads/2014/05/Gunung_Schwefel_Transportweg_Traeger-40x40.jpg" width="40" height="40" alt="" title="" /></li> <li><img src="https://www.weltseher.de/wp-content/uploads/2014/05/Gunung_Transportweg_Traeger-40x40.jpg" width="40" height="40" alt="" title="" /></li> <li><img src="https://www.weltseher.de/wp-content/uploads/2014/05/Gunung_Dorf_Schwefel_Traeger_Korb-40x40.jpg" width="40" height="40" alt="" title="" /></li> <li><img src="https://www.weltseher.de/wp-content/uploads/2014/05/Gunung_Traeger_Korb_schwefel-40x40.jpg" width="40" height="40" alt="" title="" /></li> <li><img src="https://www.weltseher.de/wp-content/uploads/2014/07/Gunung_Waage_Schwefel-40x40.jpg" width="40" height="40" alt="" title="" /></li> </ul></div>
<h2 style="text-align: left;">Gestalt in den Schwaden</h2>
<p style="text-align: justify;">Plötzlich wabert hellgelber Dampf durch die Ödnis. Jeder Atemzug schöpft fauliges Gas in Hals und Lunge, die Luft brennt in den Augen. Menschen mit Rucksäcken wandern hustend auf die Quelle zu und stieren durch die Sucher ihrer Spiegelreflex-Kameras. Immer dichter quillt das gelbe Gas. Eine Gestalt erscheint in den Schwaden – den Kopf verhüllt eine Gasmaske, zerschlissene Kleider, Gummistiefel. Wortlos streckt der Minenarbeiter seine Hand vor. Zwei Figürchen liegen darauf: Ein Flugzeug und eine Schildkröte, gepresst aus leuchtend gelbem Schwefel. Der Mann schweigt und wartet. Für 120.000 Rupien, gut 16 Euro wechselt das Flugzeug schließlich in die Hand einer Touristin. Ein Souvenir zum Preis von etwa zwei Tageslöhnen.</p>
<p style="text-align: justify;">Der gelbe Atem von Gunung Ijen ist ein Rohstoff, der sich gut verkaufen lässt, erklärt Friendick. Die Industrie verarbeitet ihn zu Streichhölzern oder verwendet ihn bei der Raffinade von Zucker, damit der schön weiß wird. Um den Bodenschatz zu bergen, trieb eine Firma ein Rohr in die Flanke des Vulkans. Unablässig quillt der Schwefeldampf daraus hervor. Mitten in den beißenden Schwaden steht ein Bergarbeiter und bricht mit einer Eisenstange den Schwefelbelag von den Felsen. Er trägt weder Handschuhe noch Gasmaske. Die Touristen zücken ihre Spiegelreflex-Kameras.</p>
<p style="text-align: justify;">„Are you ready now? Can we go on?“ Victor treibt seine Gruppe zur Eile an. Das blaue Feuer, deshalb waren doch alle gekommen. Es sei nun nicht mehr weit. Die Fotografen klicken und drehen an ihren Geräten herum. Gleich kann es weitergehen, nur noch ein Versuch in einer anderen Einstellung, einem neuen Winkel&#8230;  Zu spät: Der Wind dreht, der Schwefeldampf presst sich in die Gesichter und brennt in den Bronchien. Hustend und in den Augen reibend flüchten die Nachzügler aus dem Höllendunst. Der Bergarbeiter schuftet weiter, während Victor das blaue Feuer präsentiert: Tief in den Klüften der Felswand flackert das brennende Gas, das rastlose Innere von Gunung Ijen.</p>
<h2 style="text-align: left;">Vulkan kann jederzeit ausbrechen</h2>
<p style="text-align: justify;">Der Vulkan ist aktiv, 1999 brach er zuletzt aus und bedeckte das Tal mit Asche und Schlamm. Es kann jederzeit wieder passieren, sagt Friendick. 1976 kamen 49 Minenarbeiter bei einer Eruption zu Tode. Ein junger Italiener will wissen, was denn heute zum Schutz der Männer unternommen werde. Friendick deutet auf ein Schild: „Danger“. Die Bergarbeiter tragen scherzend ihre Körbe mit Schwefel daran vorüber.</p>
<p style="text-align: justify;">Älter als 60 werde hier keiner, meint Friendick. Die meisten Schwefelträger seien sogar schon mit 50 körperlich am Ende. In der Regel schafften sie auf einer Tour 80 bis 90 Kilo, manche auch 100. Sie schleppen die Bruchstücke aus dem Krater über den Rand des Vulkans zur Waage, wo der Preis für die Ladung bestimmt wird. Danach folgen vier Kilometer Abstieg ins Tal. Je nach Gewicht verdienten sie pro Tour etwa 60.000 Rupien – pro Tag rund 8 Euro. Wieso denn keine Seilbahn gebaut würde, will ein Ingenieur aus Deutschland wissen. Technisch sei das doch ganz einfach machbar. „But then they will all lose their jobs“, wendet Friendick ein. Schuften bis zum frühen Exitus oder Arbeitslosigkeit und Armut – andere Optionen hätten die Arbeiter nicht.</p>
<p style="text-align: justify;">Die Morgendämmerung gibt dem Krater Minute für Minute seine Formen und Farben zurück: Rostrot leuchten die Kanten der Felsschichten, weiß-graue Schraffuren fluchten zum tiefsten Punkt, der sich nach und nach türkisblau färbt: Der opake Spiegel eines Sees, Kawah Ijen. Nur die schwefelgelbe Gasfontäne büßt im Tageslicht an Kraft ein. Die Träger mit den beladenen Korbgestellen auf der Schulter singen, während sie über die Felsen steigen. Grell leuchtet der Schwefel in ihren Körben auf dem Grat des Vulkanrands.</p>
<h2 style="text-align: left;">Mit 100 Kilo auf den Schultern</h2>
<p style="text-align: justify;">Beim Abstieg ins Tal glitzert der Tau auf den Böschungen. In kurzen, schnellen Schritten eilt ein Mann vorüber, das Korbgestell auf den nackten Schultern. Wie Beulen wölben sich seine Nackenmuskeln unter dem Bambusstab. Er grinst und setzt das Gestell ab: Ob einer der Europäer es mal versuchen wolle? Der Deutsche passt, er hat es im Rücken.</p>
<p style="text-align: justify;">Der Italiener will es zumindest versuchen: Unter den ängstlichen Blicken seiner Freundin und dem Grinsen des Javaners klemmt er die Schulter unter den Bambusstab und hebt die Körbe prustend einige Zentimeter an. „How much?“ 100 Kilo, sagt der Schwefelträger und schwellt die Brust. Lächelnd nimmt er  einen Schluck Wasser und eine Zigarette in Empfang. Dann schultert er den Korb und setzt seinen Abstieg fort, durch die erwachende Berglandschaft Javas.</p>
<h5 style="text-align: center;"><em>Warum jeder Mal einen Vulkan besteigen sollte, erzählt Annabel im</em></h5>
<p><a title="Autoreninterview mit Annabel Trautwein" href="http://weltseher.de/autoreninterview-mit-annabel-trautwein/"><img class="size-full wp-image-1480 aligncenter" src="http://weltseher.de/wp-content/uploads/2014/06/Siehdiewelt.png" alt="Autoren-Interview" width="200" height="50" data-id="1480" /></a></p>
<p style="text-align: justify;">
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		<title>Das stinkende Herz von Mumbai</title>
		<link>https://www.weltseher.de/das-stinkende-herz-von-mumbai/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 06 Jul 2014 11:00:47 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Dharavi ist Mumbais größtes Slumgebiet. Auf etwa zwei Quadratkilometern hausen und arbeiten bis zu eine Million Menschen. Hier leben viele von dem, was andere wegschmeißen. Touristen verirren sich nur sehr selten an diesen Ort.<p> <a class="continue-reading-link" href="https://www.weltseher.de/das-stinkende-herz-von-mumbai/"><i class="icon-right-dir"></i></a></p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: left;"><strong>Dharavi ist Mumbais größtes Slumgebiet. Auf etwa zwei Quadratkilometern hausen und arbeiten bis zu eine Million Menschen. Hier leben viele von dem, was andere wegschmeißen. Touristen verirren sich nur sehr selten an diesen Ort.</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Wie weißer Nebel steigt Wasserdampf aus den Wellblechhütten auf und vermischt sich mit der kühlen Morgenluft Mumbais. Nur langsam kehrt Leben in den Slum ein. Müde erheben sich die Menschen in Dharavi von ihren Nachtlagern und schlurfen mit hängenden Schultern vor ihre Hütten, Zeit für die morgendliche Toilette. Allein die Tee-Verkäufer wuseln bereits wie Ameisen durch die engen Gassen und preisen ihre Ware an.</p>
<p style="text-align: justify;">Erst vor wenigen Minuten brachte mich der Metrozug aus dem touristischen Süden Mumbais in das zentralgelegene Slumgebiet Dharavi. Meine Anwesenheit erntet zahllose ungläubige Blicke. In den Gesichtern der Menschen steht die Frage, was ein Bleichgesicht zu dieser Uhrzeit an diesem Ort zu suchen hat. Hier, wo sich normalerweise keine Touristen hin verirren. Hier, wo die Armut regiert und die Menschen von dem leben, was andere weggeworfen haben.</p>
<p style="text-align: justify;">Dharavi ist Mumbais größtes zusammenhängendes Slumgebiet. Auf etwa zwei Quadratkilometern leben bis zu eine Million Menschen. Begrenzt von einem Fluss und zwei Eisenbahnlinien. Liebevoll wird es auch „Heart of Mumbai“ genannt. Es ist ein stinkendes, dreckiges Herz. Der wichtigste Wirtschaftsfaktor ist neben der Textil- und Tonwarenherstellung das Recycling von Reststoffen.</p>
<p style="text-align: justify;"><div class="cycloneslider cycloneslider-template-thumbnails cycloneslider-width-responsive" id="cycloneslider-mumbai-dharavi-2" style="max-width:1150px" ><div class="cycloneslider-slides cycle-slideshow"	data-cycle-allow-wrap="true" data-cycle-dynamic-height="off" data-cycle-auto-height="1150:647" data-cycle-auto-height-easing="null" data-cycle-auto-height-speed="250" data-cycle-delay="0" data-cycle-easing="" data-cycle-fx="fade" data-cycle-hide-non-active="true" data-cycle-log="false" data-cycle-next="#cycloneslider-mumbai-dharavi-2 .cycloneslider-next" data-cycle-pager="#cycloneslider-mumbai-dharavi-2 .cycloneslider-pager" data-cycle-pause-on-hover="true" data-cycle-prev="#cycloneslider-mumbai-dharavi-2 .cycloneslider-prev" data-cycle-slides="&gt; div" data-cycle-speed="1000" data-cycle-swipe="false" data-cycle-tile-count="7" data-cycle-tile-delay="100" data-cycle-tile-vertical="true" data-cycle-timeout="2147483647"	> <div class="cycloneslider-slide cycloneslider-slide-image" > <img src="https://www.weltseher.de/wp-content/uploads/2014/07/Mumbai_Werkstatt.jpg" alt="" title="" /> <div class="cycloneslider-caption"> <div class="cycloneslider-caption-title"></div> <div class="cycloneslider-caption-description">Mitten im Herzen von Mumbei liegt das Slumviertel Dharavi. © Christian Faesecke</div> </div> </div> <div class="cycloneslider-slide cycloneslider-slide-image" > <img src="https://www.weltseher.de/wp-content/uploads/2014/07/Mumbai_Chai_Mann.jpg" alt="" title="" /> <div class="cycloneslider-caption"> <div class="cycloneslider-caption-title"></div> <div class="cycloneslider-caption-description">Die Teeverkäufer versorgen die Menschen am Morgen mit Chaitee. © Christian Faesecke</div> </div> </div> <div class="cycloneslider-slide cycloneslider-slide-image" > <img src="https://www.weltseher.de/wp-content/uploads/2014/07/Mumbai_barbir.jpg" alt="" title="" /> <div class="cycloneslider-caption"> <div class="cycloneslider-caption-title"></div> <div class="cycloneslider-caption-description">Am Morgen lässt sich ein Mann am Straßenrand rasieren. © Christian Faesecke</div> </div> </div> <div class="cycloneslider-slide cycloneslider-slide-image" > <img src="https://www.weltseher.de/wp-content/uploads/2014/07/Mumbai_feuer_stoffreste.jpg" alt="" title="" /> <div class="cycloneslider-caption"> <div class="cycloneslider-caption-title"></div> <div class="cycloneslider-caption-description">Mit Stoffresten werden die Schmelztiegel befeuert. © Christian Faesecke</div> </div> </div> <div class="cycloneslider-slide cycloneslider-slide-image" > <img src="https://www.weltseher.de/wp-content/uploads/2014/07/Mumbai_Kabel.jpg" alt="" title="" /> <div class="cycloneslider-caption"> <div class="cycloneslider-caption-title"></div> <div class="cycloneslider-caption-description">Auch aus den alten Kabeln werden die Kupferdrähte entfernt und weiter verwendet. © Christian Faesecke</div> </div> </div> <div class="cycloneslider-slide cycloneslider-slide-image" > <img src="https://www.weltseher.de/wp-content/uploads/2014/07/Mumbai_LKW_plastik.jpg" alt="" title="" /> <div class="cycloneslider-caption"> <div class="cycloneslider-caption-title"></div> <div class="cycloneslider-caption-description">Überall in Mumbai werden PET-Flaschen eingesammelt und nach Dharavi gebracht. © Christian Faesecke</div> </div> </div> <div class="cycloneslider-slide cycloneslider-slide-image" > <img src="https://www.weltseher.de/wp-content/uploads/2014/07/Mumbai_Muell_huetten.jpg" alt="" title="" /> <div class="cycloneslider-caption"> <div class="cycloneslider-caption-title"></div> <div class="cycloneslider-caption-description">An den großen Abwasserleitungen haben sich Bewohner des Slums angesiedelt. © Christian Faesecke</div> </div> </div> <div class="cycloneslider-slide cycloneslider-slide-image" > <img src="https://www.weltseher.de/wp-content/uploads/2014/07/Mumbai_Plastik_fertig.jpg" alt="" title="" /> <div class="cycloneslider-caption"> <div class="cycloneslider-caption-title"></div> <div class="cycloneslider-caption-description">Das aus den PET-Flaschen gewonnene Plastik wird zur Weiterverarbeitung in Klumpen gegossen. © Christian Faesecke</div> </div> </div> <div class="cycloneslider-slide cycloneslider-slide-image" > <img src="https://www.weltseher.de/wp-content/uploads/2014/07/Mumbai_Schmelze_jungs.jpg" alt="" title="" /> <div class="cycloneslider-caption"> <div class="cycloneslider-caption-title"></div> <div class="cycloneslider-caption-description">Hinter einer schmalen Wellblechwand befindet sich ein großer Schmelztiegel. Zwei junge Männer halten abwechselnd das lodernde Feuer in Gang. © Christian Faesecke</div> </div> </div> <div class="cycloneslider-slide cycloneslider-slide-image" > <img src="https://www.weltseher.de/wp-content/uploads/2014/07/Mumbai_Schmelze.jpg" alt="" title="" /> <div class="cycloneslider-caption"> <div class="cycloneslider-caption-title"></div> <div class="cycloneslider-caption-description">Im Schmelztiegel werden Aluminiumspäne eingekocht. © Christian Faesecke</div> </div> </div> </div><div class="cycloneslider-prev"></div><div class="cycloneslider-next"></div></div><div id="cycloneslider-mumbai-dharavi-2-pager" class="cycloneslider-template-thumbnails cycloneslider-thumbnails"	style="max-width:1150px" ><ul class="clearfix"> <li><img src="https://www.weltseher.de/wp-content/uploads/2014/07/Mumbai_Werkstatt-40x40.jpg" width="40" height="40" alt="" title="" /></li> <li><img src="https://www.weltseher.de/wp-content/uploads/2014/07/Mumbai_Chai_Mann-40x40.jpg" width="40" height="40" alt="" title="" /></li> <li><img src="https://www.weltseher.de/wp-content/uploads/2014/07/Mumbai_barbir-40x40.jpg" width="40" height="40" alt="" title="" /></li> <li><img src="https://www.weltseher.de/wp-content/uploads/2014/07/Mumbai_feuer_stoffreste-40x40.jpg" width="40" height="40" alt="" title="" /></li> <li><img src="https://www.weltseher.de/wp-content/uploads/2014/07/Mumbai_Kabel-40x40.jpg" width="40" height="40" alt="" title="" /></li> <li><img src="https://www.weltseher.de/wp-content/uploads/2014/07/Mumbai_LKW_plastik-40x40.jpg" width="40" height="40" alt="" title="" /></li> <li><img src="https://www.weltseher.de/wp-content/uploads/2014/07/Mumbai_Muell_huetten-40x40.jpg" width="40" height="40" alt="" title="" /></li> <li><img src="https://www.weltseher.de/wp-content/uploads/2014/07/Mumbai_Plastik_fertig-40x40.jpg" width="40" height="40" alt="" title="" /></li> <li><img src="https://www.weltseher.de/wp-content/uploads/2014/07/Mumbai_Schmelze_jungs-40x40.jpg" width="40" height="40" alt="" title="" /></li> <li><img src="https://www.weltseher.de/wp-content/uploads/2014/07/Mumbai_Schmelze-40x40.jpg" width="40" height="40" alt="" title="" /></li> </ul></div>
<h2 style="text-align: left;">Arbeit unter stinkendem Rauch</h2>
<p style="text-align: justify;">Ich streife durch die engen Gassen und muss ständig aufpassen. Unentwegt donnern kleine Lastwagen hupend durch den Slum knapp an mir vorbei. Nur ein beherzter Sprung in einen Hauseingang rettet mich vor diesen angerosteten Ungetümen. Sie beliefern die vielen kleinen Werkstätten im Nord-Westen Dharavis mit Plastikabfällen, die in den anderen Stadtteilen eingesammelt wurden.</p>
<p style="text-align: justify;">Unzählige kleine Ein-Zimmer-Werkstätten dominieren diesen Teil der Stadt. Hier werden die Plastikabfälle sortiert, unter lautem Maschinenlärm geschrotet und anschließend unter stinkendem Rauch, der in Augen und Mund brennt wieder zu handlichen Formen verschmolzen.</p>
<p style="text-align: justify;">Zwei Männer am Straßenrand schauen mir schmunzelnd bei meinen Ausweichmanövern zu. Sie sitzen auf einem bunten Haufen von Kabel. In mühseliger Handarbeit trennen die beiden die Kabel in Metall und Plastik. Dafür klemmen sie die Schnüre zwischen ihre Zehen, schneiden mit einem alten Messer die Kabel auf und lösen die Kunststoffhülle vom glänzenden Inhalt. Das Metall wird später eingesammelt und ebenfalls eingeschmolzen.</p>
<p style="text-align: justify;">Einige Gassen weiter: Große Säcke, mit Aluminiumspänen gefüllt, ziehen meine Aufmerksamkeit auf sich. Hinter einer schmalen Wellblechwand befindet sich eine Feuerstelle, in deren Mitte ein großer Schmelztiegel steht. Zwei Arbeiter halten abwechselnd das lodernde Feuer in Gang, sorgen für eine ausreichende Luftzufuhr und führen dem Tiegel unter eindrucksvollem Auflodern der Flammen immer wieder Aluminiumspäne zu. Der Rauch kann nur begrenzt durch die Schlitze im Dach entweichen. Es ist heiß und stickig. „Was machst du hier?“, fragt einer. Die beiden Männer sind überrascht, mich in ihrer Werkstatt anzutreffen.</p>
<h2 style="text-align: left;">Leuchtende Suppe im Schmelztiegel</h2>
<p style="text-align: justify;">Aber schnell verlieren sie wieder das Interesse an mir und wenden sich ab. Die leuchtende Suppe in ihrem Schmelztiegel scheint fertig zu sein. Vorsichtig ziehen sie den Behälter mit langen Stangen aus der Glut und gießen den Inhalt in bereitstehende Brikettformen. Die Hitze wird unerträglich, die Dämpfe benebeln meine Sinne und mir wird schwindlig. Angeschlagen trete ich den Rückzug an und rette mich nach draußen in die Mittagshitze. Sie ist erfrischend.</p>
<p style="text-align: justify;">Draußen bietet mir ein kleiner Junge einen süßen Chai-Tee aus seiner Kanne an. Im Eingang zur Schmelze sitzend schaue ich mich um und trinke vorsichtig den Tee, der den ätzenden Geschmack des Qualms Schluck für Schluck verdrängt. Diese Gelegenheit lassen sich die anderen Arbeiter in der Gasse nicht nehmen. Sie kommen zu mir. Umringen mich. Kurz nach meiner Flucht aus der Schmelze bin ich umgeben von neugierigen Blicken und interessierten Gesichtern. Die Leben hinter den Gesichtern erzählen sehr oft die gleiche Geschichte.</p>
<p style="text-align: justify;">Einer berichtet mir, er habe Frau und Kinder daheim im indischen Rajasthan gelassen. Nur an wenigen Feiertagen im Jahr schaffe er es, sie zu besuchen. Arbeit gebe es dort nicht. Deshalb ist hier, in Dharavi, für viele Arbeiter der erste Anlaufpunkt in Mumbai. Nun schläft er wie so viele andere auf Pappunterlagen direkt neben dem Arbeitsplatz.</p>
<p style="text-align: justify;">Dunkelgraue Wolken steigen aus den Blechhütten auf und trüben das Blau des Himmels als ich wieder im Zug sitze – auf dem Weg zurück in die hübsche Altstadt von Mumbai. Die Feuer in Dharavi werden noch bis spät in die Nacht brennen. Und schon bald wird ein neuer Tag wieder Leben in den Slum bringen.</p>
<p style="text-align: center;"><em> Warum unser Autor Christian Fraesecke Dharavi besuchte, erfährst du im</em></p>
<p><a title="Autoreninterview mit Christian Faesecke" href="http://weltseher.de/autoreninterview-mit-christian-faesecke/" rel="attachment wp-att-1480"><img class="size-full wp-image-1480 aligncenter" src="http://weltseher.de/wp-content/uploads/2014/06/Siehdiewelt.png" alt="Autoren-Interview" width="200" height="50" data-id="1480" /></a></p>
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