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	<description>Magazin für Reportagen</description>
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	<title>Tiere &#8211; WELTSEHER</title>
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		<title>Wiederauferstehung einer Eule</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Markus Huth]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 23 Nov 2015 11:40:23 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[Chemnitz]]></category>
		<category><![CDATA[Claas Christophersen]]></category>
		<category><![CDATA[Kathrin Brunnhofer]]></category>
		<category><![CDATA[Tiere]]></category>
		<category><![CDATA[Tierpräparation]]></category>
		<category><![CDATA[Tierpräparator]]></category>
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					<description><![CDATA[Nur weil Tierpräparator Holger Rathaj das Leben aus innerster Perspektive kennt, kann er Tierleichen lebendig aussehen lassen. Ein Besuch im Chemnitzer Museum für Naturkunde.<p> <a class="continue-reading-link" href="https://www.weltseher.de/wiederauferstehung-einer-eule/"><i class="icon-right-dir"></i></a></p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;"><strong>Nur weil Tierpräparator Holger Rathaj das Leben aus innerster Perspektive kennt, kann er Tierleichen lebendig aussehen lassen. Ein Besuch im Chemnitzer Museum für Naturkunde.</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Bedrohlich wirkt er eigentlich nicht, der Bär. Er ist nur sehr, sehr groß. 2,87 Meter, um genau zu sein, so, wie er sich auf den Hinterbeinen aufrichtet und in das Vormittagslicht schaut, das den überdachten Innenhof des hellen Neubaus durchdringt. Vor dem Exponat steht, mehr als einen Meter kürzer, in Jeans und beigefarbenem T-Shirt, Holger Rathaj, Tierpräparator im Chemnitzer Museum für Naturkunde.</p>
<p style="text-align: justify;">Er ist derjenige, der dem Bären seine letzte Gestalt verliehen hat. Der riesige Grizzly, dessen Maße selbst erfahrene Ranger und Jäger aus Nordamerika verblüfften, ist das größte Tier, das Rathaj jemals „zusammengebaut“ hat, wie das im Jargon seines Faches heißt.</p>
<p style="text-align: justify;">„Die Präparate sind zwar Nachbildungen, aber den Leuten kommt es darauf an, zu wissen, dass alle mal echte Tiere waren“, sagt der 43-jährige. Trotzdem imitiert er nicht einfach nur die Echtheit des Lebendigen, sondern drückt dem Abbild einen eigenen Stempel auf. „Es gibt eine individuelle Handschrift jedes Präparators. Jeder kann sich ja irgendwie ausdrücken, durch Malerei, Musik oder Hula-Hoop-Reifen-Sprünge. Und ein Präparator eben durch sein Präparat“, erklärt Rathaj.</p>
<h2 style="text-align: justify;">Marx und der Bär</h2>
<p style="text-align: justify;">Während der Museumsangestellte seine Tätigkeit beschreibt, drängt sich mir plötzlich der Gedanke an Karl Marx auf &#8211; vielleicht ausgerechnet an Marx, weil nicht weit vom Museum entfernt der auf sieben Meter vergrößerte Kopf des ehemaligen Namensgebers der sächsischen Stadt steht. Bei der Bronze-Plastik, die nach Entwürfen des sowjetischen Bildhauers Lew Kerbel gefertigt und 1971 aufgestellt wurde, soll es sich immerhin um die größte Porträtbüste der Welt handeln. Wie der Bär ist also auch Marx steif und leblos der Nachwelt erhalten. Zu Lebzeiten, als besonders rebellischer junger Mann, hatte Marx aber noch gefordert, die Philosophen sollten die Welt nicht nur interpretieren, sondern verändern.</p>
<p style="text-align: justify;">Für Tierpräparatoren gilt genau das Gegenteil: Sie wollen unbedingt die Natur interpretieren. Selbst wenn es um größtmögliche Authentizität geht, wie Holger Rathaj betont: „Meinen Präparaten wird nachgesagt, dass sie die Tiere sehr sanft darstellen. So, wie sie auch in der Natur aussehen und sich verhalten, wenn sie nicht vom Menschen bedroht werden.“ Der Stil gefiel offensichtlich auch den Juroren der Tierpräparatoren-WM 2008 in Salzburg. Mit einem Graupapagei landete der Präparator immerhin auf Platz drei in der entsprechenden Kategorie.</p>
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																			data-click="true"><img src="https://www.weltseher.de/wp-content/uploads/2015/11/tierpräparate018.jpg" data-caption="Holger Rathaj in seinem hellen und aufgeräumten Atelier beim Fönen der Waldohreule. " alt=""><img src="https://www.weltseher.de/wp-content/uploads/2015/11/192Chemnitz-Tierpräperator.jpg" data-caption="Kritisch begutachtet Rathaj die Körperhaltung des Tieres. Durch die innen liegenden Drähte kann er noch nachjustieren." alt=""><img src="https://www.weltseher.de/wp-content/uploads/2015/11/049Chemnitz-Tierpräperator.jpg" data-caption="Vor den Augen der Schulklasse stülpt der Tierpräparator die Eule vorsichtig auf links, um alles zu entfernen, was verderben könnte, wie z.B. Gewebe oder Muskeln." alt=""><img src="https://www.weltseher.de/wp-content/uploads/2015/11/132Chemnitz-Tierpräperator.jpg" data-caption="Nach dem Waschen und Schleudern der Eulenhülle hat das Tier kaum Federn gelassen. Sein Federkleid erweist sich als genauso robust wie der alte DDR Trockner, der Holger Rathaj immer noch gute Dienste leistet." alt=""><img src="https://www.weltseher.de/wp-content/uploads/2015/11/308Chemnitz-Tierpräperator.jpg" data-caption="Das Wichtigste für einen lebensnahe Erscheinung sind die Augen. Rathaj wählt sie sorgfältig aus einem großen Sortiment aus." alt=""><img src="https://www.weltseher.de/wp-content/uploads/2015/11/311Chemnitz-Tierpräperator.jpg" data-caption="Der mit Draht und Glasaugen versehene Schädelknochen kann nun wieder in der Hülle verschwinden." alt=""><img src="https://www.weltseher.de/wp-content/uploads/2015/11/137Chemnitz-Tierpräperator.jpg" data-caption="Das Ohr der Waldohreule ist ein filigranes Organ." alt=""><img src="https://www.weltseher.de/wp-content/uploads/2015/11/tierpräparate020.jpg" data-caption="Diese Braunbärdame wohnt im sogenannten Archiv. Der Keller des Museums beherbergt viele Präparate, die sich nicht in der aktuellen Ausstellung befinden. " alt=""><img src="https://www.weltseher.de/wp-content/uploads/2015/11/tierpräparate017.jpg" data-caption="Die prächtigen Pranken des amerikanischen Grizzlies sorgen auch in ausgestopftem Zustand für Gänsehaut." alt=""><img src="https://www.weltseher.de/wp-content/uploads/2015/11/tierpräparate005.jpg" data-caption="Die Bärin im Archiv ist ein gutes Beispiel für Rathajs Stil. Er verlieh ihr einen neugierigen Blick und eine zum Fischen angehobene Tatze. Sie soll in ihrem natürlichen Verhalten gezeigt werden, nicht als aggressives Monster, wie das eine Zeit lang unter Präparatoren üblich war." alt=""><img src="https://www.weltseher.de/wp-content/uploads/2015/11/340Chemnitz-Tierpräperator.jpg" data-caption="Der Eulenkörper des späteren Präparats kann wie hier aus Styropor, aber auch aus Holz modelliert werden. Mit Drähten wird er verankert." alt=""><img src="https://www.weltseher.de/wp-content/uploads/2015/11/tierpräparate014.jpg" data-caption="Das sorgfältige Fönen des Gefieders ist wichtig für eine gesunde und natürliche Ausstrahlung des Tieres. Wie auch bei den anderen Arbeitsschritten geht Holger Rathaj sehr behutsam mit dem toten Körper um." alt=""><img src="https://www.weltseher.de/wp-content/uploads/2015/11/tierpräparate001.jpg" data-caption="Ein Schrank fertig präparierter Eulen im Archiv des Museums." alt=""></div><p class="aesop-component-caption">Fotos: Kathrin Brunnhofer</p></div>
<h2 style="text-align: justify;">Der Kinderschreck</h2>
<p style="text-align: justify;">Wie solche preisgekrönten Arbeiten zustande kommen, das zeigt der dreifache Vater mit dem jugendlich wirkenden Gesicht und dem wuscheligen dunkelbraunem Haar an diesem Morgen einer sechsten Mittelschulklasse. Sein weiß gekachelter Arbeitsraum im Hintertrakt des Museums ist bereits erfüllt von den Stimmen der Kinder, die sich um einen langen Tisch aus blauer Keramik drängen. Mitten zwischen den Schülern hat sich der Präparator niedergelassen &#8211; vor sich eine leblose Waldohreule, die zusammen mit weiteren 1.000 in Plastiktüten verpackten Fauna-Kollegen seit 2004 in Rathajs Kühlkammer ihrer Wiederauferstehung harrte.</p>
<p style="text-align: justify;">Die Augen des Museumsangestellten blitzen. Es macht ihm sichtlich Spaß vor Zuschauern zu arbeiten. Mit dem Skalpell setzt er zum ersten Schnitt in die Brustmuskulatur des bräunlich-weiß gefiederten Vogels an. „So, jetzt alle mal die Luft anhalten“, befiehlt er, „aber nicht wegen des Geruchs, sondern damit ich mich richtig beim Schneiden konzentrieren kann. Und wenn es anfängt zu bluten, kommt das nicht von der Eule, sondern weil ich mir in den Finger geschnitten habe.“</p>
<p style="text-align: justify;">Als der wächsern rote Hautsack, der die Eingeweide des Vogels umschließt, zum Vorschein kommt, dreht sich nur ein Mädchen kurz weg und intoniert ein inbrünstiges „Igitt“. Doch die meisten der Schüler betrachten interessiert das Innenleben der Eule, auf das Rathaj sofort mit Gips angesetztes weißes Kartoffelmehl schüttet, weil es die Feuchtigkeit der Innereien aufsaugt.</p>
<h2 style="text-align: justify;">&#8222;Das gibt&#8217;s heute zu Mittag&#8220;</h2>
<p style="text-align: justify;">Um den Kindern zu zeigen, dass bei seiner Tätigkeit weder Blut fließt noch Eingeweide spritzen, setzt der Präparator derben Humor ein. „So kann der Körper gleich paniert in die Pfanne – das gibt’s heute zu Mittag“, verkündet er, trennt den vom Kartoffelmehl weiß gefärbten inneren Hautsack samt Wirbelsäule aus der Eule heraus und legt ihn auf Zeitungspapier.</p>
<p style="text-align: justify;">Für die Schüler reicht der Eindruck dieser ersten groben Präparations-Schritte. Sie sind vorher bereits durch die Dauerausstellung geführt worden, die vor allem den „versteinerten Wald“ zeigt. Die geologische Formation, die in Chemnitz vor 290 Millionen Jahren nach einem Vulkanausbruch entstand, bildet das Kernstück der hauseigenen Marketing-Strategie. Doch daneben leistet sich die Naturkunde-Einrichtung trotz chronisch klammer Kassen auch weiterhin einen biologischen Präparator – seit nunmehr 23 Jahren arbeitet Holger Rathaj bereits hier. „Ich habe schon eine Inventarnummer. Wenn ich sterbe, werde ich hier mit großer Nadel an einen Kasten gespießt“, scherzt er, kurz bevor die Sechstklässler gehen. „Wie die Schmetterlinge“, ruft ein Junge noch.</p>
<p style="text-align: justify;">Ohne Publikum hält Rathaj danach im Waschraum, der von seiner Werkstatt abgeht, den blanken Vogelschädel unter Wasser. Dass er der Waldohreule mit einer Schere die Augen aussticht und danach mit einer Pinzette durch das Hinterhauptsloch, an dem die Wirbelsäule befestigt war, das Gehirn, eine rötliche Masse in einer kleinen Hauttasche, aus dem Schädel holt – dies wirkt auf einmal nicht brutal und eklig, sondern irgendwie organisch. „Man identifiziert sich mit dem Tier, weil man weiß, dass dies ein echtes Lebewesen ist. Und das ist der große Vorteil von Berufen wie Präparatoren oder Pathologen: sie wissen so auch um den Aufbau und die Funktionen ihres eigenen Körpers“, erklärt Rathaj.</p>
<h2 style="text-align: justify;">Tot aber lebensecht</h2>
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																			data-click="true"><img src="https://www.weltseher.de/wp-content/uploads/2015/11/067Chemnitz-Tierpräperator.jpg" data-caption="Eine Schülerin betrachtet den jungen Wolf eingehend. Ist er wirklich tot?" alt=""><img src="https://www.weltseher.de/wp-content/uploads/2015/11/tierpräparate009.jpg" data-caption="Der junge Wolf stammt aus dem Chemnitzer Wildpark. Er starb an einer Krankheit. " alt=""><img src="https://www.weltseher.de/wp-content/uploads/2015/11/tierpräparate002.jpg" data-caption="Rathaj präpariert keine Jagdtrophäen sondern nur Tiere, die eines natürlichen Todes oder beispielsweise bei einem Wildunfall gestorben sind." alt=""><img src="https://www.weltseher.de/wp-content/uploads/2015/11/275Chemnitz-Tierpräperator.jpg" data-caption="Dieser Maki schaut mit großen neugierigen Augen aus einem der Archivregale." alt=""><img src="https://www.weltseher.de/wp-content/uploads/2015/11/tierpräparate004.jpg" data-caption="
Die Nadeln fixieren die Mimik des Waschbären, solange der Kleber noch nicht ganz getrocknet ist." alt=""><img src="https://www.weltseher.de/wp-content/uploads/2015/11/276Chemnitz-Tierpräperator.jpg" data-caption="Der Luchs wohnt ein Stockwerk unter dem Maki." alt=""><img src="https://www.weltseher.de/wp-content/uploads/2015/11/tierpräparate006.jpg" data-caption="Beinahe hört man die Wasservögel zwitschern. Es herrscht aber Totenstille." alt=""><img src="https://www.weltseher.de/wp-content/uploads/2015/11/tierpräparate007.jpg" data-caption="Dieses Präparat eines Löwen ist schon mehrere Jahrzehnte alt, was man nur an den Ohren etwas erkennen kann. Die älteren Präparate darf man oft nicht berühren, da damals teilweise mit Arsen gearbeitet wurde. " alt=""><img src="https://www.weltseher.de/wp-content/uploads/2015/11/tierpräparate008.jpg" data-caption="Aus dem Kuriositätenkabinett: Dieses zweiköpfige Kalb wurde vor mehr als 100 Jahren ziemlich grob zusammengeflickt." alt=""><img src="https://www.weltseher.de/wp-content/uploads/2015/11/tierpräparate010.jpg" data-caption="Hier im Regal Nummer 9 leben die unterschiedlichsten Affen in stummer Eintracht zusammen." alt=""><img src="https://www.weltseher.de/wp-content/uploads/2015/11/tierpräparate011.jpg" data-caption="Das Frettchen, so scheint es, schaut Rathaj bei der Arbeit zu. Leider ist es tot." alt=""><img src="https://www.weltseher.de/wp-content/uploads/2015/11/tierpräparate013.jpg" data-caption="Der riesige Greifvogel passt nicht mehr ins Regal, seine Spannweite ist einfach zu groß. " alt=""><img src="https://www.weltseher.de/wp-content/uploads/2015/11/tierpräparate016.jpg" data-caption="Dieser 2,87 Meter große Grizzlybär ist Rathajs bisher größtes Präparat." alt=""></div><p class="aesop-component-caption">Fotos: Kathrin Brunnhofer</p></div>
<p style="text-align: justify;">An ein Lebewesen erinnert das Präparat nicht gerade, nachdem es in Spülmittel eingeweicht, anschließend geschleudert und eine geschlagene Stunde trocken gefönt worden ist. „Es sind die Augen, die das Leben bringen“, weiß Rathaj. In die mit Modelliermasse ausgestrichenen Augenhöhlen setzt er zwei speziell angefertigte Glasaugen ein, stülpt vorsichtig den Schädel um, so dass ihm wieder das Kopf-Federkleid aufliegt und ihn am Ende tatsächlich eine Eule anschaut.</p>
<p style="text-align: justify;">Nach dem Schleudern hatte das Tier viel eher einem leicht gebogenen Brett geähnelt. Ein magischer Moment – und dann wieder doch nicht, denn das Verfolgen der Arbeit des Präparators entmystifiziert die Wiederbelebung der Toten. Und hier funkt mir schon wieder Karl Marx dazwischen, nur jetzt der ältere, der Autor des weltberühmten „Kapitals“. Marx sagte, dass lebendige Arbeit sich in totes Kapital verwandle. Aber Rathaj arbeitet früher Lebendiges in dauerhaft Totes um, dem er dazu noch die täuschend echte Illusion der Lebendigkeit verleiht.</p>
<p style="text-align: justify;">Das kann der Tierpräparator nur, weil er in vielen Berufsjahren genaueste anatomische Kenntnisse gesammelt hat. Während seiner Ausbildung Anfang der 1980er Jahre im Phyletischen Museum Jena, lernte Rathaj lediglich die Technik des Präparierens, nicht aber, wie zum Beispiel eine Eule zu schauen hat, nämlich immer starr geradeaus. Oder dass sie, wenn sie ruhig dasitzt, ihre Krallen nah nebeneinander setzt.</p>
<p style="text-align: justify;">Um die Gelenke in die gewünschte Haltung zu bewegen, versieht Rathaj den Vogel mit Hals-, Flügel- und Beindrähten, die er in einem Imitat des Eingeweidesackes aus einem speziellen Schaum verankert. Dann näht er noch schnell die Außenhaut mit einem groben Hexenschnitt wieder zusammen. „Und nun kommt die Sisyphosarbeit“, kündigt der gebürtige Chemnitzer &#8211; oder Karl-Marx-Städter &#8211; an, „das Federnsortieren.“</p>
<h2 style="text-align: justify;">Der letzte Ast</h2>
<p style="text-align: justify;">Mit einer Pinzette zieht er vorsichtig an beinahe jeder Feder der obersten Schicht, spürt nach, „wo sie hin will“, wo sie also eigentlich liegen müsste. So entstehen bräunlich-weiße Musterungen, die zuvor bei dem ganzen Waschen, Schleudern und Fönen durcheinander geraten sind. Die Gefiederflecken erinnern an einen knorrigen alten Baum, in dem die Waldohreule somit perfekt getarnt ist.</p>
<p style="text-align: justify;">Sein letzter Ast wird dem Vogel erst in der nächsten Ausstellung unter die Krallen kommen. Noch sitzt er auf einem Holzklotz im Schraubstock – nach dem filigranen Federnlegen endlich „ganz relaxed aufgebutzelt“, wie Holger Rathaj es haben wollte. Am Ende des Arbeitstages wird klar: Immer etwas starr geradeaus schaut hier von dem langen blauen Tisch eine Eule, die zugleich keine mehr ist. Marx hätte wohl gesagt, dass der tote Vogel durch die lebendige Arbeit des Präparatoren in Bildungskapital für zukünftige Museumsbesucher umgewandelt wurde.</p>
<p style="text-align: justify;">Nur zehn Minuten Fußweg von Rathajs Werkstatt entfernt, starrt derweil der „Nischel“, wie die Chemnitzer ihren monumentalen Marx-Kopf nennen, düster entschlossen in die tiefer stehende Sonne. Ebenso entschlossen schaut auch der tote Museums-Bär. Und dann ist da natürlich noch der ausgestopfte Lenin, der seit über 90 Jahren leblos aufgebahrt auf dem Roten Platz in Moskau liegt. Der Sozialismus, so scheint mir, war für die Präparation der Toten eine wahre Blütezeit.</p>
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		<title>Polofanten-Transport</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Markus Huth]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 16 Feb 2015 01:00:21 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Thailand]]></category>
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					<description><![CDATA[Der thai­län­di­sche König lädt regel­mä­ßig zum gro­ßen Polo-Turnier - mit Ele­fan­ten statt Pfer­den. Die Tiere werden extra dafür von weit her geholt. Unsere Autoren haben das High-Society-Event besucht und saßen anschließend zwei Tage mit Elefanten auf der Ladefläche eines LKW.<p> <a class="continue-reading-link" href="https://www.weltseher.de/elefanten-polo-thailand/"><i class="icon-right-dir"></i></a></p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: left; max-width: 700px !important;"><strong>Der thai­län­di­sche König lädt regel­mä­ßig zum gro­ßen Polo-Turnier &#8211; mit Ele­fan­ten statt Pfer­den. Die Tiere werden extra dafür von weit her geholt. Unsere Autoren haben das High-Society-Event besucht und saßen anschließend zwei Tage mit Elefanten auf der Ladefläche eines LKW.</strong></p>
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                        <span>Polo beim König</span>

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<div class="autor" style="margin-top:20px !important">Text von <a style="color:#A71818" href="http://weltseher.de/autoren/christian-litz_/" target="_blank">Cristian Litz</a> &#038; Fotos von <a style="color:#A71818" href="http://weltseher.de/autoren/marcus-vogel/" target="_blank">Marcus Vogel</a></div>
<p style="text-align: justify;">Einmal landet der Armeehelikopter, der wachend über der königlichen Residenz kreist, hundert Meter weit weg vom Spielfeld. Die Elefanten sammeln sich in der Mitte des Felds, stehen im Kreis, berühren sich gegenseitig mit den Rüsseln. Fürchten sich wohl, trösten sich, warten. Es ist der ergreifendste Moment beim Elefantenpolo-Turnier. Das Elefantengemeinschaftsgefühl wirkt auch bei den Menschen. Der Moment ist zum Weinen sentimental.</p>
<p style="text-align: justify;">Prasop Tipprasert, ein lustiger, runder, quirliger Thailänder, sorgt schnell dafür, dass das Spiel unterbrochen wird. Erst als der Hubschrauber wieder weg ist, sind die Elefanten bereit weiterzuspielen &#8211; zum Vergnügen der High Society. Es sind vor allem reiche Menschen aus dem Westen, die hier im thailändischen Hua Hin eine Woche lang Elefantenpolo spielen. Hauptsächlich Engländer &#8211; aber auch Australier, Deutsche, Franzosen sowie ein paar US-Amerikaner und einige Thailänder. Söhne oft, die ein exklusives Hobby brauchen, was ganz Skurriles, um zu zeigen, dass sie reich sind. Und besonders.</p>
<h2 style="text-align: justify;">Elefanten-Polo zum Tierschutz</h2>
<p style="text-align: justify;">Die Einnahmen sind für das Elefantencamp in Lampang, eine Stiftung im Norden. Dort haben sie gerettete Tiere untergebracht, die illegal zum Holztransport eingesetzt und misshandelt wurden. Jedes der sechzehn Dreimannteams spendet 10.000 Dollar. Und das Hotel gibt 40 Prozent seiner Einnahmen (die Nacht kostet 300 Dollar) dem Elefantenfond. Doch die Tiere, die hier spielen, haben davon nichts. Sie kommen aus dem 700 Kilometer entfernten Surin und gehören Farmern. Wie Mr. Lee, er besitzt den größten der 34 Elefanten hier: die knapp drei Tonnen schwere Suwanlau. Auf ihr sitzt der Schiedsrichter. Alle Tiere beim Polo sind Weibchen, Männchen wären zu aggressiv.</p>
<p style="text-align: justify;">Prasop Tipprasert, der eben noch das Spiel unterbrochen hat, ist der Obermahout. So nennt man in Südostasien die Führer von Elefanten. Er arbeitet für das Elefantencamp in Lampang. Prasop trägt die Verantwortung für die Tiere, heuert sie und ihre Mahouts an, erklärt denen die Spielregeln, begutachtet die Elefanten. Er macht das im fünften Jahr, schläft im Resort, nicht in den Zelten und bekommt die teuren Whiskys vom Sponsoren in die Hand gedrückt. Im Gegensatz zu den anderen Mahouts, die mit den weißen Männern und Frauen nichts, gar nichts zu tun haben. Außer, dass sie die Elefanten lenken, mit einem Polospieler hintendrauf.</p>
<h2 style="text-align: justify;">Die &#8222;Shitkeeper&#8220;</h2>
<p style="text-align: justify;">Elefantenführer, das ist hier Männersache. Doch auch Frauen sind am Spiel beteiligt &#8211; als &#8222;Shitkeeper&#8220;. Sie rennen während des Spiels zu zweit mit einem großen Bastkorb aufs Feld und sammeln den fußballgroßen Elefanten-Dung, der ständig irgendwo landet, auf. Dafür bekommen sie umgerechnet knapp zwei Euro am Tag. Und ab und zu ein Danke schön. John Claytor, ein Amerikaner, der nicht nur mitspielt, sondern auch gern am Mikro kommentiert, ruft einmal laut: &#8222;Applaus für die Shitkeeper. Die Ladies machen einen Klassejob.&#8220; Alle klatschen. Die Frauen, die gerade den schweren Bast-Korb vom Platz schleppen, freuen sich. Sie sind sich der Würdelosigkeit des Ganzen nicht bewusst. Nur Prasop Tipprasert verzieht das Gesicht &#8211; und ich. Wir sehen uns an und verstehen uns. Von dem Moment an, am Nachmittag des zweiten Tages, war er anders zu mir.</p>
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																			data-click="true"><img src="https://www.weltseher.de/wp-content/uploads/2015/02/Elefantenpolo-6.jpg" data-caption="" alt=""><img src="https://www.weltseher.de/wp-content/uploads/2015/02/Elefantenpolo-9.jpg" data-caption="" alt=""><img src="https://www.weltseher.de/wp-content/uploads/2015/02/Elefantenpolo-8.jpg" data-caption="" alt=""><img src="https://www.weltseher.de/wp-content/uploads/2015/02/Elefantenpolo-71.jpg" data-caption="" alt=""><img src="https://www.weltseher.de/wp-content/uploads/2015/02/Elefantenpolo-12.jpg" data-caption="" alt=""><img src="https://www.weltseher.de/wp-content/uploads/2015/02/Elefantenpolo-11.jpg" data-caption="" alt=""><img src="https://www.weltseher.de/wp-content/uploads/2015/02/Elefantenpolo-10.jpg" data-caption="" alt=""></div><p class="aesop-component-caption">Ein exklusiver Sport beim König: Elefanten-Polo. Fotos: Marcus Vogel</p></div>
<p style="text-align: justify;">Nach der Siegerehrung reißt Prasop Tipprasert die Hände hoch, lacht anders als er sonst lacht. Er hat ja oft gelacht in dieser Woche. Nun ruft er: &#8222;I am free. I am free.&#8220; Ein fragender Blick, es bricht aus ihm raus: &#8222;Das hier ist Luxus-Leben, nur Spiel. Das wahre Leben ist woanders.&#8220; Wo? &#8222;Willst Du es kennenlernen?&#8220; Ja. &#8222;Ist gefährlich. Heute Nacht werden die Elefanten abgeholt. Nach Surin. Zwei Tage Fahrt im Truck. Der ist offen. Ihr müsst mit den Elefanten hinten rauf, im Regen. Sonst gibt es keinen Platz. Aber es wär wirklich.&#8220; Ok. &#8222;Seid um Mitternacht hier.&#8220; Er schaut zweifelnd. Für Prasop bin ich einer derer, die nur gespielt haben, Elefantenpolo. Dekadenter Luxus.</p>
<p style="text-align: justify;">Das Turnier in Hua Hin am Golf von Siam, der Sommerresidenz des Königs von Thailand, war gut getimed. Während der Spiele hat es kaum geregnet. Aber ab jetzt ständig und viel. Wir, Marcus, Fotograf und ich, sind am Treffpunkt um Mitternacht. Es ist niemand da, mit dem wir reden können. Mr. Lee, und einige andere, lächeln, nicken, sonst keine Kommunikation. Eine seltsame Nacht. Die Sonne geht gerade auf, als wir endlich Prasop Tipprasert ans Mobiltelefon bekommen. Er ist auf dem Weg nach Lampang, die ganz andere Richtung, mit zwei Babyelefanten. Er sagt: „Ihr wolltet das wahre Leben kennenlernen. Ich kenn es schon. Ich fahr heim.“ Ohh? „Warte, die Trucks werden kommen.“ Wann? „Keine Ahnung, morgen, übermorgen. Geduld.“ Prasop kündigt an, Kollege Prakorb Chamnankit werde vorbeischauen. Wir warten drei Tage, bleiben bei den Mahouts in einem umfunktionierten Camp der Armee.</p>
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																			<div class="aesop-stacked-caption">Mr. Lee und ein Elefant warten im Camp auf die Trucks.</div>
																	</div>
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                 data-title="Abtransport"
    >

        
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                                    <h2 class="aesop-cover-title" itemprop="title">
                        <span>Abtransport</span>

                                                    <small>Kapitel 2</small>
                                            </h2>
                
                
            </div>

            <div class="aesop-chapter-overlay-content">
                            </div>
            
            </div>
            
</p>
<p style="text-align: justify;">Dann kommen sie endlich. „Truck! Truck!“ Aufregung, Hektik. Mr. Lee packt eilig Säcke voll, Frauen rollen Matten zusammen. Nur kurze Eindrücke gibt es bei dem wenigen Licht, dem hohen Tempo. Aber klar ist, einige Mahouts schlafen noch auf den von der Armee gestellten Feldbetten. Greife Mr. Lee an die Schulter, deute mit dem Blick auf die Schlafenden. Er sagt: „One Truck, one Truck.“ Hält ein Handy hoch. Da! Der Motor ist zu hören. Die Scheinwerfer zu sehen. Tatsächlich. Wir werden die Elefanten heimbringen.</p>
<p style="text-align: justify;">Es regnet brutal. Durch die Zeltplane tropft überall das Wasser. Die Mahouts sind Besitzer der Elefanten, manchmal aber nur die Führer, dann heißen sie offiziell Salalis, Diener. Aber jeder nennt sie Mahouts. Klingt ehrenvoller. Einen Elefanten zu führen, ist schwer, man braucht sein Vertrauen, muss quasi mit ihm alt werden, von klein auf dabei sein. Elefant und Mahout, das sei was Ähnliches wie eine Ehe, sagen sie hier oft.</p>
<h2 style="text-align: justify;">Kommunikation mit Elefanten</h2>
<p style="text-align: justify;">Mit sechs Männern und fünf Frauen waren wir im einem Zelt. Alle kommen aus der Provinz Surin im Nordosten des Landes, an der kambodschanischen Grenze. Mit den Elefanten klappt die Kommunikation besser als mit den Menschen. Die tiefen dunklen Augen. Die Blicke. Düster, traurig, wissend, passend zur Stimmung. Als würden sie alles verstehen. Weise. Vor allem enttäuscht. Als Mensch liest man viel hinein in die Blicke, ahnt Ironie, Neugier, Tiefsinn, wo nur große Augen sind.</p>
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																			<div class="aesop-stacked-caption">Die Ladefläche dieses Lkw wird für 48 Stunden die Behausung für zwei Elefanten und unsere Autoren.</div>
																	</div>
								<style>#aesop-stacked-img-3947{background-image: url(https://www.weltseher.de/wp-content/uploads/2015/02/Elefantenpolo-Titel-Lastwagen.jpg);}  @media screen and (min-width:768px){#aesop-stacked-img-3947{background-image: url(https://www.weltseher.de/wp-content/uploads/2015/02/Elefantenpolo-Titel-Lastwagen-1250x703.jpg);}}   @media screen and (min-width:1200px){#aesop-stacked-img-3947{background-image: url(https://www.weltseher.de/wp-content/uploads/2015/02/Elefantenpolo-Titel-Lastwagen.jpg);}}  </style></div>
<p style="text-align: justify;">Der Truck, eine alte, klapprige Karre, Marke Hino, Viertonner, ist da. Unser Zeltgenosse Mr. Mu sucht Suwanlau, die größte der Elefantinnen. Er findet sie schnell, hakt ihr den Takor, die gefährlich aussehende Eisenharke ans Ohr, mit der die Tiere angetrieben und gelenkt werden. Er zieht daran. Redet mit ihr. Alles problemlos, alles schnell. Suwanlau ahnt vielleicht: es geht heim. Sie zögert kurz, geht aber allein auf den Wagen, der vom Damm der Piste nach unten gefahren wurde, damit sein Heck fast auf Höhe des Weges ist.</p>
<h2 style="text-align: justify;">Neon im Norden</h2>
<p style="text-align: justify;">Mit Suwanlau kommt noch Mulrat, etwas kleiner, auf den Truck, dann das blaue Moped von Mr. Lee. Dazu ein paar Taschen, ein Pappkarton mit Kleidern, der am Ende der Reise wegen der Feuchtigkeit zerfällt. Auch ich und noch einige andere Leute nehmen auf der Ladefläche Platz.</p>
<p style="text-align: justify;">Das Elefantenladen im Dunkeln dauert keine zehn Minuten. Abfahrt. Zuerst nach Norden, nach Bangkok, auf der Schnellstraße, vorbei an Neon, Neon, Neon, im Regen, alle Farben, schrille Spiegelungen auf der nassen Fahrbahn, schnelle gelbe, rote, schrillblaue Eindrücke, Reflektionen, Huschen, Surreales, Schillern, ein Rausch. Wir fahren schätzungsweise 40 bis 60 Stundenkilometer, überholen viele. Durch die Lattenroste der Seitenverkleidung sind Dörfer zu sehen, Städte, wenige Autos, viele Mofas. Tempo. Prasop hat gesagt, es komme auf die Geschwindigkeit an. Elefanten mögen es nicht wirklich auf dem Truck. Nachts muss gefahren werden, weil die Sonne sie zum saufen zwingen würde. Gut, dass es regnet. „Schlecht für dich, gut für die Elefanten.“</p>
<h2 style="text-align: justify;">Die lange Reise der Polofanten</h2>
<div><iframe src="https://a.tiles.mapbox.com/v4/siehdiewelt.l5ljk06g/attribution,zoompan,zoomwheel,geocoder,share.html?access_token=pk.eyJ1Ijoic2llaGRpZXdlbHQiLCJhIjoicGRUbVFEVSJ9.1adoKosuPNXiwdVrrInWZQ" width="100%" height="400px" frameborder="0"></iframe></div>
<p style="text-align: justify;">Suwanlau, die links steht, hat Durchfall. Mulrat dagegen lässt nur alle zwei, drei Stunden, drei, vier fußballgrosse Dungknödel plumpsen. Suwanlau aber ständig. Ihre sind giftig grün und matschig. Mulrats braun. Suwanlau ist unruhig, trippelt viel mehr, Mulrat steht oft ganz still. Ich sitze einen Meter hinter Suwanlaus faltigem Hintern. Wenn sie mit dem langen Schwanz wackelt, trifft sie mich manchmal mit den harten Borsten. Stört sie nicht.</p>
<p style="text-align: justify;">Immer wieder mal reiben sie sich den halbtrockenen Schlamm von den Schädeln und den vorderen Rücken mit den Rüsseln ab. Der Fahrwind schleudert die Brocken nach hinten. Sie stechen im Gesicht. Der Laster rattert, quietscht, hat schlechte Federungen, selbst die Schnellstraßen sind uneben, ab und zu tut es richtig weh. Stehen kann man nicht immer. Jeder fällt zwei-, dreimal hin. Es riecht anfangs nach Diesel, später nach Urin und Scheiße. Die Elefanten stehen mit dem Kopf zum Fahrerhaus. Wir Menschen sind hinter ihnen, hinter uns das blaue Moped.</p>
<h2 style="text-align: justify;">Überall Dung</h2>
<p style="text-align: justify;">Je länger die Fahrt dauert, desto häufiger trippelt Suwanlau. Manchmal reiben sich die beiden Elefanten aneinander, der Truck schwankt dann leicht. Stark, wenn sie sich an den Seitenwänden reiben, was sie am zweiten Tag oft machen, aber immer nur, wenn der Truck steht. Jedes Mal wenn Suwanlau den Schwanz anhebt, schreit jemand eine Warnung. Alle werfen sich nach hinten. Die Waden tun mir weh vom Dauerkauern in der Hocke. Zweimal hab ich Krämpfe. Weil überall Dung ist, kann man nirgends sitzen. Hunger.</p>
<p style="text-align: justify;">Gegen Mittag halten wir, essen an der Straße, Schweinefleisch, eigentlich Schweinefett, nur zu ertragen, weil es stark gewürzt ist. Wringe mein Hemd aus, krahme die Geldscheine aus der Tasche, sie sind völlig durchnässt, nur noch Papiermatsch. Kein Zahlungsmittel mehr. Das Geld in meinem kleinen Rucksack ist feucht, aber noch Geld. Die Salalis und die Frauen kommen nicht zum Essen. Mr. Lee schüttelt den Kopf. Der Lastwagenfahrer sagt: No, no. Weiter. Hinten auf dem Laster will niemand die in Bananenblätter eingewickelten süßen Teigstückchen, die ich mitbringe, essen. Peinliche Situation. Wahres Leben.</p>
    <div id="chapter-unique-3900-3"          class="aesop-article-chapter-wrap default-cover  aesop-component has-chapter-image aesop-chapter-full "
                 data-title="Endlich in den Wald"
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            <div class="aesop-article-chapter clearfix" style="background:url('http://weltseher.de/wp-content/uploads/2015/02/Elefantenpolo-Titel-2.jpg');background-size:cover;background-position:center center; min-height:260px;max-height:100%;" >

                                    <h2 class="aesop-cover-title" itemprop="title">
                        <span>Endlich in den Wald</span>

                                                    <small>Kapitel 3</small>
                                            </h2>
                
                
            </div>

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            </div>
            
</p>
<p style="text-align: justify;">Die Fart geht weiter, unerbittlich: die Elefanten produzieren Dung. Der Mann neben mir, Wahid, macht daraus eine Barriere, damit der Elefantenurin nicht zu uns fließt. Es regnet stark, und nach neun Stunden steht das Urinwasser so hoch im Truck dass es über die wadenhohe Barriere spült. Wahid flucht nicht. Ich schon. Wir spannen eine Plastikplane über den hinteren Teil der Ladefläche. An den Rändern der Plane läuft Wasser herab. In ihrer Mitte sammelt sich Wasser, beult sie aus. Eine Stunde später ist es zu schwer, läuft vorne, nahe der Elefanten, runter. Die Schnur der Plane kann die Wassermasse nicht mehr halten. Mein Sitznachbar Sunga rammt mit dem Takor ein Loch in die Plane. Wir haben einen Wasserfall im Truck, in der Mitte des Menschenteils.</p>
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                                Mitpassagier Wahid hat aus dem Elefantendung eine Barriere gebaut, um den Urin der Tiere fernzuhalten.
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        </div>
        

<p style="text-align: justify;">Einmal schlafe ich kurz, auf dem Moped sitzend, Sunga hinter mir, Rücken an Rücken. Wir halten. Durch die Lattenroste der linken Seite schimmert ein Tankstellenschild. Will runter, da fährt der Laster wieder an. Hänge draußen. Kann zurückschwingen über die Klappe. Pinkeln ist ein seltsamer Vorgang. Zwischen die Holzlatten der Lastwagenwand muss ich während der Fahrt den Penis raushängen. Wie die Frauen das hier machen? Keine Ahnung. Nach knapp 48 Stunden auf der Straße mit einer Pause und zwei Minutenstopps bin ich mir sicher, die müssen einfach nicht während der Fahrt. Stopp an der Grenze der Provinz Surin. Mr. Lee geht mit Papieren zur Bude des Veterinäramts an der Straße, holt die Stempel. Kurz hört es auf zu regnen. Die Elefanten reiben sich an den Seitenwänden, bei jeder roten Ampel, der Wagen wackelt. In einem Ort namens Kamoohindact schießen die Rüssel hoch und schnappen sich Äste von Bäumen am Straßenrand. Holz knackt, der Baum wackelt, ein Ast fällt auf die Plane, mehr Wasser.</p>
<h2 style="text-align: justify;">Endlich da</h2>
<p style="text-align: justify;">Am späten Morgen sind wir endlich da: in Surin. Fahren über mehrere Brücken, Mr. Lee dreht vorne das Autoradio so laut auf, dass hinten der chinesische Song zu hören ist und Mr. Lees Klatschen. Er freut sich auf sein Dorf. Krapo Tatum hat vielleicht 200 Einwohner. Wir sind da. Die Elefanten springen fast vom Truck, trotten zu den Bäumen. Sie sind happy, machen Krach wie Diesellaster, lassen Äste knacken.</p>
<p style="text-align: justify;">Zuhause bei Mr. Lee, seiner Frau, dem Teenager-Sohn, der nicht ein Wort sagt, dem kleinen Sohn, der nicht lacht. Essen auf dem Boden, schlafen auf dem Boden. Mr. Lee genießt es. Alle Leute des Dorfes kommen vorbei, schauen uns an wie was Besonderes, fragen „back of truck, back of truck?“ Wir sind Helden. Am frühen Abend sammeln sich viele im Matsch auf den flachen Holzgerüsten, reden, trinken Bier. Selbst Mr. Lee nimmt ein paar Schluck. Wir sind Hollywood, Entertainment. Geduscht wird mit einer Schöpfkelle hinterm Haus. Am Abend ziehen Frauen mit Wasserbüffeln und Kühen durch die Matschwege des Dorfes. Wenn es dunkel wird, ist Schluss, dann geht man schlafen in Krapo Tatum oder aber, man versammelt sich vor Mr. Lees Haus im Dunkeln.</p>
<p style="text-align: justify;">Mr. Lee muss einer der Reichen hier sein, er hat einen Pick-up, den einzigen. Er setzt, sobald er daheim ist, seine schicke Sonnenbrille auf. Führt mich zum Markt, wo ich für zwei Euro eine Hose, ein T-Shirt und ein Paar Flip-Flops kaufe. Hose, Schuhe, T-Shirt aus dem Truck werfe ich weg. Ich hatte einfach keine Ausrüstung für diese Geschichte, für das wirkliche Leben.</p>
<h2 style="text-align: justify;">Wald und Karaoke</h2>
<p style="text-align: justify;">Mehr Trucks kommen an, immer mit zwei Elefanten hinten drauf. Die hauen sofort ab in die Wälder. Haben sich schon in Hua Hin kaum für Menschen interessiert, hier, in der Heimat, gar nicht mehr. Wir werden Mr. Lees Vater vorgestellt in Ban Sala, einem Nachbarort. Besuchen orange gekleidete Mönche in Ban Kha Po. Mr. Lee führt uns ins Restaurant am Fluss. Fisch, scharf, Bier, Karaoke. Mr. Chen singt mit viel Gefühl, in der richtigen Stimmlage, im Takt. Mr. Jam eher nicht so. Mr. Lee, würdevoll, gar nicht. Mr. Jam kann ein bisschen Englisch, erklärt, dass ich dran bin. Im Katalog ist ein Lied mit englischem Titel, „Money, Money“. Das wird es. Ist aber leider nicht von Abba. Immerhin wird der Text auf englisch und thailändisch über den Fernsehschirm gejagt. Ich rappe den Song. Danach ist sofort Schluss mit Karaoke. Keiner sagt ein Wort.</p>
<p style="text-align: justify;">Von Mr. Chen lerne ich, dass man für einen alten Elefanten etwa 2.000 Euro zahlen muss, für ein Baby das Doppelte, es wird ja länger leben. Der Besitzer eines männlichen Elefanten bekommt 200 Euro, für einmal „Pam, Pam“, sagt Mr. Chen. Er klatscht mehrmals in die Hände. 200 Euro aber nur, wenn ein Baby geboren wird. Elefanten werden bis zu 80 Jahre alt, wenn ich die Finger und Hände richtig gezählt habe, ab 15 Jahren „Pam, Pam“. Mr. Chen will, dass Marcus Elefantenpampam fotografiert. Zwei Nächte muss er in den Wald. Vergeblich.</p>
<h2 style="text-align: justify;">Das wahre Leben</h2>
<p style="text-align: justify;">Am letzten Abend suche ich Suwanlau und Mulrat. Die große Suwanlau erkenne ich, sie mich aber nicht. Oder aber ich langweile sie. Mulrat entdecke ich nicht, sie ist so groß wie einige andere, für mich nicht mehr definierbar. Ein paar kleine Elefanten schauen mich neugierig an. Ab und zu sehe ich auch älteren in die Augen. Wieder dieser wissende, traurige Blick. Nach einer Woche bringt uns Mr. Lee im Pick-up dreißig Kilometer nach Surin zum Bus nach Bangkok. Zu zwölf Stunden Fahrt, mit Klimaanlage, ohne Elefanten. Das Abschiedsessen auf dem Markt: gehackte Hühnerleber, roh. Als wir in den Bus steigen, umarmt uns Mr. Lee. Sieht traurig aus. Sagt: „Come back, come back.“</p>
<p style="text-align: justify;">In Bangkok: Telefonat nach Lampang. Obermahout Prasop sagt, er komme am Wochenende, wir sollen uns unbedingt treffen. Am Sonntag in einer Bar. So geschieht es. Er lacht viel, freut sich und fragt viel. Ich höre raus: er kennt Surin kaum, aber stamme selbst vom Land, das Leben dort ahnt er. Fragt nach Details wie Dusche, Essen, dem Markt, will wissen, ob wir während der Fahrt geschlafen haben. Einmal, ich hab ihm vom Dammbruch auf dem Truck erzählt, lächelt er, sagt “Shitkeeper”. Sagt, nein, er habe das nicht als Schock-Therapie gedacht, nichts bewirken wollen. Sagt aber mehrmals: “Das ist wahres Leben. Kein Spiel. Wahrheit.”</p>
<div class="su-spacer" style="height:40px"></div>
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</div>
<p></p>
<h5 style="text-align: center !important;">Wie Christian zum Elefantenpolo kam, erfährst Du im</h5>
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</a></p>
<p style="text-align: center !important; margin-top: -30px !important;"><a href="http://weltseher.de/autoreninterview-mit-christian-litz/"><img class="autoreninterview" src="http://weltseher.de/wp-content/uploads/2014/06/Siehdiewelt.png" alt="Autoren-Interview" width="200" height="50" data-id="1480" /></a></p>
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		<title>&#8222;Die großen Tiere sind am faulsten&#8220;</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Markus Huth]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 06 Oct 2014 02:36:57 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Namibia]]></category>
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		<category><![CDATA[Felix Mescoli]]></category>
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					<description><![CDATA[Beim Wandern in der Namib-Wüste in Namibia kann der Mensch sowohl die absolute Stille, als auch die Lebenskraft der Natur erleben. Unser Autor Felix Mescoli hat es ausprobiert. Eine Wanderung durch eine trockene, aber lebendige Welt.<p> <a class="continue-reading-link" href="https://www.weltseher.de/namib-wueste-leben-im-nichts/"><i class="icon-right-dir"></i></a></p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: left;"><strong>Beim Wandern in der Namib-Wüste in Namibia kann der Mensch sowohl die absolute Stille, als auch die Lebenskraft der Natur erleben. Unser Autor Felix Mescoli hat es ausprobiert. Eine Wanderung durch eine trockene, aber lebendige Welt.</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Dass die Wüste lebt, ist spätestens seit dem gleichnamigen Tierfilm von James Algar, der 1953 zum Welterfolg wurde, kein Geheimnis mehr. Dass aber ausgerechnet ein so ungastliches Exemplar wie die Namib an der Westküste des südlichen Afrika, mit Tagestemperaturen von bis zu 50 und Nachttemperaturen unter 0 Grad, jahrzehntelangen Trockenperioden, regelmäßigen Sandstürmen und turmhoch aufragenden Dünen, ein derart geschäftiges kleines Ödland ist, dass war vor der dreitägigen Wanderung über den feinen, rostroten Sand nicht zu erwarten.</p>
<p style="text-align: justify;">Schließlich bedeutet die Bezeichnung Namib in der Sprache des dort lebenden Nama-Volkes „Ort, wo nichts ist“ oder „Leerer Platz“. Und die Leute werden sich bei der Namensgebung ja irgendwas gedacht haben.</p>
<h2 style="text-align: justify;">Himmel oder Hölle</h2>
<p style="text-align: justify;">&#8222;Ein Freund hat mir einmal gesagt, hast du Essen und Wasser, ist die Wüste der Himmel auf Erden. Wenn nicht: die Hölle&#8220;, erzählt Ueeraije Tjambiru fröhlich. Als Führer nimmt er die Wandergesellschaft am Ausgangspunkt der dreitägigen Ödland-Tour auf dem Tok Tokkie-Trail, einem ehemaligen Farmhaus sechs Autostunden südlich der namibischen Hauptstadt Windhoek, in Empfang. Unbarmherzig brennt die Mittagssonne auf das trockene Grasland ringsum. Im Schatten auf der Terrasse ist es angenehm kühl, dennoch schenke ich mir aus dem bauchigen Krug vorsorglich noch einmal Zitronenlimonade nach. Eiswürfel klirren gegen Glas. Aaaahh.</p>
<p style="text-align: justify;">Am Tisch unter dem schützenden Vordach hat sich unsere sechsköpfige Reisegruppe versammelt;  Frischverheiratete aus dem flämischen Teil Belgiens auf Hochzeitsreise, saturierte Eheleute aus einem Pariser Vorort auf der Flucht vor dem Stress der Großstadt, der Schreiber nebst Reisebegleitung. Tjambiru, den alle nur Domingo nennen, gibt letzte Verhaltensmaßregeln: beim Laufen den Untergrund im Auge behalten &#8211; wegen giftiger Kriechtiere, ausreichend trinken, einen Hut aufsetzen und, auf jeden Fall, statt kurzer Hosen lange tragen.</p>
<p style="text-align: justify;">Schnell noch die Wasserflaschen auffüllen, dann kommt schon der Marschbefehl. Hintereinanderweg, in Gänseformation dem kräftig ausschreitenden Führer folgend, geht es weg vom Farmhaus, weg von der Zivilisation, hinaus aufs unendlich scheinende Dünenmeer, dem Unbekannten entgegen.</p>
<h2 style="text-align: left;">Durch messerscharfe Halme</h2>
<p style="text-align: justify;">Aus dem Unbekannten heraus materialisiert sich zunächst hüfthohes Gras. Denn hier, an der Grenze des Namib-Rand-Naturreservats, zusammengefasst aus fünf ehemaligen Farmen, mit 172.000 Hektar einem der größten privaten Naturschutzgebiete Afrikas, sind die Dünen bewachsen. Die messerscharfen Halme ritzen bei unvorsichtiger Berührung sofort die Haut, schnell sind Hände und Unterarme mit juckenden Kratzern übersät. Gebahnte Wege gibt es auf dem Tok Tokkie-Trail nicht. Trotz der brütenden Hitze bin ich plötzlich sehr dankbar für meine langen Hosen.</p>
<p style="text-align: justify;">&#8222;Das ist Namib Dünengras&#8220;, erklärt Domingo, den Bewuchs mit seinem Wanderstock zur Seite drückend. Auf gar keinen Fall zu verwechseln mit dem sehr ähnlichen Kalahari Dünengras! Was denn der Unterschied sei? Das Namib Dünengras wachse nur hier, sagt Domingo lakonisch, das Kalahari Dünengras nur in der mächtigen Sandwüste weiter im Norden. Eigentlich logisch.</p>
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                                Wüstenführer Domingo. Foto: Felix Mescoli
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<p style="text-align: justify;">Überall dagegen wächst das sich abgerolltem Natodraht ähnelnde Straußengras. &#8222;Ein Gras mit Attitüde&#8220;, wie Domingo lachend erklärt. Ein weiterer Pluspunkt für die langen Hosen. Wie handhaben das nur die in sicherer Entfernung vorbeiziehenden Spießböcke? Die mieden die Stachlbewehrten Halme und hielten sich an zartere Gräser,  berichtet der Guide.</p>
<h2 style="text-align: left;">Auf der Suche nach der weißen Lady</h2>
<p style="text-align: justify;">&#8222;Stopp!&#8220;, ruft Domingo unvermittelt und deutet mit seinem nun als Zeigestab dienenden Stock auf einen etwa Centstück großen Punkt im Sand. Der Eingang zum Bau einer Radspinne. Er markiert die Öffnung mit einem Grashalm und schiebt den Sand mit den Händen vorsichtig beiseite. Nach einigem Wühlen fördert er einen fast zehn Zentimeter langen Schlauch  aus seidigem Gespinst zu Tage. Im Inneren lauert üblicherweise das gespenstisch bleiche Insekt, auch &#8222;White Lady&#8220; genannt. Lässt sich ein Beutetier verleiten, das Nest zu betreten, zieht es mit einem Faden, zack, die Falltür zu.</p>
<p style="text-align: justify;">Doch der Bau ist verwaist. Domingo zeigt auf ein Gewirr von Linien im Sand, Spuren. &#8222;Eine Eidechse kam vorbei, es gab einen Kampf mit der Spinne&#8220;, erläutert er die winzigen Abdrücke. Vielleicht habe das Reptil das Insekt vertilgt, vielleicht war es aber auch umgekehrt. Domingo zuckt die Schultern. &#8222;First come first serve&#8220;, sagt er. &#8222;Wer zuerst kommt, mahlt zuerst.&#8220; Das sei eben das Gesetz der Wüste.</p>
<h2 style="text-align: left;">Im Nachtlager</h2>
<p style="text-align: justify;">Nach knapp zwei Stunden Fußmarsch erblicken wir in einer Senke das Nachtlager. Domingo teilt die Unterkünfte zu. Zwischen den Dünen sind paarweise Feldbetten aufgestellt, jeweils im gebührendem Abstand zum nächsten &#8222;Doppelzimmer&#8220;. Darunter ein kleiner Teppich, so dass niemand sandigen Fußes in die dicke Bettrolle kriechen muss. Daneben eine Gepäckablage – die Reisehabseligkeiten werden von der Begleitmannschaft transportiert –, ein Beistelltischchen, ein Kanvas-Waschbecken. Darüber: das Himmelszelt.</p>
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                                Dopppelbett unter freiem Himmel. Foto: Felix Mescoli
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<p style="text-align: justify;">Wer möchte, kann sich in der Wüstendusche vom mehlfeinen Staub befreien. Faktotum Willie Lammert, dessen Name so deutsch wie seine äußere Erscheinung afrikanisch ist, füllt dafür warmes Wasser in den im Geäst eines der wenigen Bäume baumelnden Eimer. Daran ist ein Duschkopf befestigt. Als Sichtschutz dient zum Lager hin eine Bretterwand, an den übrigen drei Seiten herrscht freie Sicht. Einerlei, die einzigen Beobachter weit und breit sind die spatzengroßen Webervögel. Und so dicht beieinander wie deren Hängenester in den Akazienkronen angebracht sind, scheren sie sich nicht um Intimität.</p>
<p style="text-align: justify;">Nichts für Zimperlieseln ist auch die Toilette. Sie ähnelt solchen auf Rockfestivals, allerdings fehlen Dach und Tür. Auf letztere allerdings verzichtet man an erhöhter Stelle thronend angesichts der Aussicht gerne. Vor dem Auge liegen sich nahezu unbeschränkt ausbreitende Grasflächen, nur am rechten Rand des Gesichtsfeldes begrenzt von in der Abendsonne blaurot schimmernden Bergen. Auf Neudeutsch nennt man das wohl einen „Wow-Moment“.</p>
<h2 style="text-align: left;">Die Welt ist weit weg</h2>
<p style="text-align: justify;">Vor dem Dinner vertreibt ein Sundowner auch die letzten verbliebenen Schatten von Alltagssorge. An der ebenfalls im Freien aufgestellten Tafel reichen Willie und Feldköchin Jawnestie Springbock Stroganov mit grünen Bohnen. Die Gäste plaudern über Politik. Die Belgier beteuern, dass die Regierung in Brüssel, die nach mehr als einem Jahr politischer &#8222;Kopflosigkeit&#8220; unter Ministerpräsident Di Rupo die Arbeit aufgenommen hat, nicht bloß eine Fata Morgana sei. Die Franzosen berichten vom Wahlsieg des Sozialisten François Hollande. Doch in der Wüste ist das alles irgendwie weit weg, nicht nur geografisch.</p>
<p style="text-align: justify;">In der Nacht will sich der Schlaf nicht einstellen. Ob das nun an den dem Mitteleuropäer ungewohnten Sternbildern der südlichen Hemisphere oder der völligen, nahezu in den Ohren dröhnenden, Stille in der Namib liegt? Jedenfalls: kein Tier, kein Vogel, kein Insekt ist zu hören. Nichteinmal der Wind, geschweige denn ein Auto. Absolute Ruhe.</p>
<p style="text-align: justify;">Allerdings endet die Nachtruhe schon vor Sonnenaufgang. Domingo steht mit einer heißen Tasse Kaffee am Feldbett, Willie füllt warmes Waschwasser ins Becken. Purer Luxus nach der eisigen Wüstennacht. Das Frühstück wartet schon, Domingo drängt zum Aufbruch noch vor der Hitze des Tages. Doch Stop! Erst Schuhe ausklopfen, falls hier ein Wüstenbewohner vor der nächtlichen Kälte Unterschlupf gesucht hat.</p>
<h2 style="text-align: left;">Feen in der Einöde</h2>
<p style="text-align: justify;">Um sieben ist auch der Letzte startbereit. Während des Vormittags erklimmen wir den Hufeisenberg. Der steile Weg führt über Stock und Stein &#8211; hauptsächlich Stein, denn an Stöcken herrscht Mangel in der felsigen Einöde. Größere Tiere, sogar Pferde leben hier, zeigen sich nicht, nur deren Hinterlassenschaften. Die der mächtigen mannshohen Oryxantilope etwa sind kaum größer als Hasenköttel. Das spare Flüssigkeit, sagt Domingo. Anders als ein in seiner Wässrigkeit nahezu verschwenderischer Kuhfladen.</p>
<p style="text-align: justify;">Nach dem Abstieg wartet die nächste Überraschung. Die Grasflächen, durch die das trockene Flussbett führt, das nun als Weg dient, sind übersät mit kahlen runden Flächen. Warum in diesen sogenannten Feenkreisen nichts wächst, ist nicht abschließend geklärt. Im Verdacht stehen laut Domingo Erntetermiten, die im Umfeld ihres Nests das Gras abfressen, giftige Gase und: Feen.</p>
<p style="text-align: justify;">Nach einer von der unerhörten Stille diesmal weniger beeinträchtigten Nachtruhe gibt es als Morgenlektüre die &#8222;Wüstenzeitung&#8220;. Ihre Seiten sind eng bedruckt, die Schrift schwer zu lesen. In Zentimeterabstand ist der orangene Untergrund übersäht mit gewundenen Linien, geraden Strichen, spitzen Zacken und winzigen Punkten, in Einzel- und Doppelreihen.</p>
<h2 style="text-align: left;">Tierische Geschichten</h2>
<p style="text-align: justify;">Domingo liest vor: Von ihren Abenteuern berichten die beinlose Glattechse, der unter Tage lebende Goldmull, ein bedächtiger Gecko, die stets scharfzüngige Kapkobra, der wie immer schmutzige Wäsche waschende Mistkäfer, die naseweise Wüstenmaus und natürlich, der flinke Vielschreiber und Namenspatron unserer Unternehmung, der langbeinige Tok Tokkie-Käfer. „Seht ihr, die großen Tiere sind faul, aber die kleinen Tiere, die sind immer aktiv“, sagt Domingo. Recht hat er. Ein sehr lebendiges Blatt diese Wüstenzeitung, kein Zweifel.</p>
<p style="text-align: justify;">Nach dem Zeitungsstudium schreitet Domingo weiter zügig voran über die jetzt unbewachsenen Dünen. Ich lerne, eine Düne zu erklimmen, ist wie eine Rolltreppe entgegen der Laufrichtung hochsteigen. Eine ziemliche Sysiphos-Aufgabe, wegen des stets nachgebenden Sandes. Auf dem Kamm holt Domingo einen Magneten aus der Tasche und zieht ihn über den Sand. Schwarze Eisenpartikel bleiben wie Schuppen daran haften.</p>
<p style="text-align: justify;">Der Sand komme aus den Drakensbergen im Osten Südafrikas, erklärt Domingo und beginnt mit dem Stock eine Karte auf den Boden zu zeichnen. Von dort hat ihn der Oranje-Strom, der an seinem Unterlauf die Grenze zu Namibia bildet, gut zweitausend Kilometer in seinen Fluten mitgeführt.</p>
<h2 style="text-align: left;">Gigantischer Sandkasten</h2>
<p style="text-align: justify;">An der Flussmündung hat der Benguela-Meeresstrom die Sedimente mitgerissen und weiter im Süden wieder an Land gesspühlt. Von dort hat der Südwestwind die feinen Körner landeinwärts getragen und so, nach und nach, diesen 95.000 Quadratkilometer großen Sandkasten angelegt, durch den unsere Gruppe seit zwei Tagen stapft.</p>
<p style="text-align: justify;">&#8222;Sowas geschieht natürlich nicht über Nacht&#8220;, sagt Domingo beflissen. Im Gegenteil: 80 Millionen Jahre habe das gedauert. &#8222;Es heißt, die Namib sei die älteste Wüste der Welt&#8220;, fährt er fort.</p>
<p style="text-align: justify;">Respektvoll schauen die Zuhörer auf die in den alten Sand gezogenen Linien der Karte. Schon morgen wird sie der Südwestwind verweht haben. Schließlich wird der leere Platz gebraucht für die neueste Ausgabe der Wüstenzeitung. An Neuigkeiten herrscht kein Mangel. Denn die Wüste lebt.</p>
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		<title>Unterwegs in Kirgistan</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Markus Huth]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 01 Sep 2014 05:00:57 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
		<category><![CDATA[Abenteuer]]></category>
		<category><![CDATA[Asien]]></category>
		<category><![CDATA[Markus Huth]]></category>
		<category><![CDATA[Pferde]]></category>
		<category><![CDATA[Reise]]></category>
		<category><![CDATA[Tiere]]></category>
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					<description><![CDATA[Zwischen China und Kasachstan liegt das Land der Kirgisen. Neben Pferden und Walnüssen soll es hier auch Terroristen geben. SIEH DIE WELT-Autor Markus Huth hat Kirgistan durchquert – und Angst hatte er eigentlich nur ein Mal.<p> <a class="continue-reading-link" href="https://www.weltseher.de/kirgistan/"><i class="icon-right-dir"></i></a></p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Zwischen China und Kasachstan liegt das Land der Kirgisen. Neben Pferden und Walnüssen soll es hier auch Terroristen geben. WELTSEHER-Autor Markus Huth hat Kirgistan durchquert – und Angst hatte er eigentlich nur ein Mal.</strong></p>
</p>
<p style="text-align: justify;">Während unser Kleinbus über holprige Bergstraßen rast, denke ich: Verdammt! Warum habe ich ihm das bloß erzählt? Nur einige hundert Kilometer von Afghanistan entfernt, in einem kirgisischen Sammeltaxi voller Fremder, ist es vielleicht keine gute Idee, Fragen wie „Hey Bruder, wo wollt ihr hin? Wartet man dort auf euch? Wo schlaft ihr?“ wahrheitsgemäß zu beantworten. Wir sind zu zweit. Tobi und ich. Keine Touristen wollen wir sein, sondern Reisende. Keinen Pauschalurlaub machen, sondern Kirgistan – einen der ärmsten Nachfolgestaaten der Sowjetunion – auf eigene Faust entdecken.</p>
<p style="text-align: justify;">Drei Wochen quer durchs Land: Von der Hauptstadt Bischkek im Tal des Flusses Tschüi auf die Seidenstraße nach Osch, zum heiligen Berg, wo König Salomo genächtigt haben soll. Weiter auf das „Dach Zentralasiens“, ins Hochgebirge Tian Shan, auf Pferden zu schwer zugänglichen Gebirgsseen, in Jurten unter den Sternen schlafen. Und an die Ufer des Yssykköl, des zweitgrößten Bergsees der Welt. Tobi, ein gelassener Österreicher, war vor Jahren mein Mitbewohner im Studentenwohnheim in Moskau, und wir wussten: In Kirgistan ist Russisch zweite Amtssprache. Aber abgesehen von Klischees übers Nomadenleben hatten wir kaum eine Vorstellung davon, was uns erwartet.</p>
<p style="text-align: justify;">Das Auswärtige Amt schreibt auf seiner Website: Kirgistan, gelegen zwischen China, Kasachstan, Usbekistan und Tadschikistan, knapp 200 000 Quadratkilometer, 5,5 Millionen Einwohner, davon 80 Prozent sunnitische Muslime. Und die Diplomaten warnen. Vor gewaltsamen Auseinandersetzungen „im Zusammenhang mit innenpolitischen Entwicklungen“. Seit Kirgistans Unabhängigkeit 1991 hat es immer wieder gewaltsame Unruhen mit Todesopfern gegeben, zuletzt 2010, wonach der damalige Präsident Bakijew aus dem Land gejagt wurde.</p>
<p style="text-align: justify;"><div class="cycloneslider cycloneslider-template-thumbnails cycloneslider-width-responsive" id="cycloneslider-kirgistan-1" style="max-width:1150px" ><div class="cycloneslider-slides cycle-slideshow"	data-cycle-allow-wrap="true" data-cycle-dynamic-height="off" data-cycle-auto-height="1150:647" data-cycle-auto-height-easing="null" data-cycle-auto-height-speed="250" data-cycle-delay="0" data-cycle-easing="" data-cycle-fx="fade" data-cycle-hide-non-active="true" data-cycle-log="false" data-cycle-next="#cycloneslider-kirgistan-1 .cycloneslider-next" data-cycle-pager="#cycloneslider-kirgistan-1 .cycloneslider-pager" data-cycle-pause-on-hover="true" data-cycle-prev="#cycloneslider-kirgistan-1 .cycloneslider-prev" data-cycle-slides="&gt; div" data-cycle-speed="1000" data-cycle-swipe="false" data-cycle-tile-count="7" data-cycle-tile-delay="100" data-cycle-tile-vertical="true" data-cycle-timeout="4000000"	> <div class="cycloneslider-slide cycloneslider-slide-image" > <img src="https://www.weltseher.de/wp-content/uploads/2014/09/DSC1736g.jpg" alt="" title="" /> <div class="cycloneslider-caption"> <div class="cycloneslider-caption-title"></div> <div class="cycloneslider-caption-description">Kirgistan, das Land der Berge und Pferde. Wie hier im Terskej-Alatau-Gebirge ist Sattelfestigkeit gefragt. So erreicht man auch...</div> </div> </div> <div class="cycloneslider-slide cycloneslider-slide-image" > <img src="https://www.weltseher.de/wp-content/uploads/2014/09/DSC001.jpg" alt="" title="" /> <div class="cycloneslider-caption"> <div class="cycloneslider-caption-title"></div> <div class="cycloneslider-caption-description">...den Bergsee Ala-Kul. Auf fast 3600 Metern Höhe ist er im Juni noch zugefroren.</div> </div> </div> <div class="cycloneslider-slide cycloneslider-slide-image" > <img src="https://www.weltseher.de/wp-content/uploads/2014/09/DSC9714.jpg" alt="" title="" /> <div class="cycloneslider-caption"> <div class="cycloneslider-caption-title"></div> <div class="cycloneslider-caption-description">Nicht ganz so zuverlässig wie Pferde sind Sammeltaxis. Wegen der guten Ersatzteil-Situation sind alte Audis bei kirgisischen Fahrern besonders beliebt.</div> </div> </div> <div class="cycloneslider-slide cycloneslider-slide-image" > <img src="https://www.weltseher.de/wp-content/uploads/2014/09/DSC8499.jpg" alt="" title="" /> <div class="cycloneslider-caption"> <div class="cycloneslider-caption-title"></div> <div class="cycloneslider-caption-description">Im Taxi lerne ich auch Ulanbek kennen. Er fühlt sich für die Ausländer verantwortlich und weicht uns einige Tage nicht mehr von der Seite.</div> </div> </div> <div class="cycloneslider-slide cycloneslider-slide-image" > <img src="https://www.weltseher.de/wp-content/uploads/2014/09/DSC0377.jpg" alt="" title="" /> <div class="cycloneslider-caption"> <div class="cycloneslider-caption-title"></div> <div class="cycloneslider-caption-description">Unsere Reise führt uns auch zu einer Nomadenfamilie, bei der wir in Jurten schlafen.</div> </div> </div> <div class="cycloneslider-slide cycloneslider-slide-image" > <img src="https://www.weltseher.de/wp-content/uploads/2014/09/DSC0831.jpg" alt="" title="" /> <div class="cycloneslider-caption"> <div class="cycloneslider-caption-title"></div> <div class="cycloneslider-caption-description">Am nächsten Morgen läuft eine Gruppe Pferde vorbei.</div> </div> </div> <div class="cycloneslider-slide cycloneslider-slide-image" > <img src="https://www.weltseher.de/wp-content/uploads/2014/09/DSC1975.jpg" alt="" title="" /> <div class="cycloneslider-caption"> <div class="cycloneslider-caption-title"></div> <div class="cycloneslider-caption-description">Trotz der ländlichen Idylle gibt es auch gefährliche Regionen in Kirgistan. Im Süden sollen sich Terroristen verstecken. In der Hauptstadt Bischkek demonstriert das Militär Stärke.</div> </div> </div> <div class="cycloneslider-slide cycloneslider-slide-image" > <img src="https://www.weltseher.de/wp-content/uploads/2014/09/DSC9125.jpg" alt="" title="" /> <div class="cycloneslider-caption"> <div class="cycloneslider-caption-title"></div> <div class="cycloneslider-caption-description">Auch im Dörfchen Arslanbob gab es schon Auseinandersetzungen, zwischen Kirgisen und Usbeken. Heute ist aber alles friedlich. Arslanbob liegt am...</div> </div> </div> <div class="cycloneslider-slide cycloneslider-slide-image" > <img src="https://www.weltseher.de/wp-content/uploads/2014/09/DSC9192.jpg" alt="" title="" /> <div class="cycloneslider-caption"> <div class="cycloneslider-caption-title"></div> <div class="cycloneslider-caption-description">...größten natürlichen Walnussbaumwald der Welt. Dieser Junge hat eine unreife Nuss aufgesammelt.</div> </div> </div> <div class="cycloneslider-slide cycloneslider-slide-image" > <img src="https://www.weltseher.de/wp-content/uploads/2014/09/DSC8454.jpg" alt="" title="" /> <div class="cycloneslider-caption"> <div class="cycloneslider-caption-title"></div> <div class="cycloneslider-caption-description">Die reifen Nüsse verkaufen die Dorfbewohner an Händler. Wie diesen hier auf dem großen Markt in der Hauptstadt Bischkek.</div> </div> </div> <div class="cycloneslider-slide cycloneslider-slide-image" > <img src="https://www.weltseher.de/wp-content/uploads/2014/09/DSC1807.jpg" alt="" title="" /> <div class="cycloneslider-caption"> <div class="cycloneslider-caption-title"></div> <div class="cycloneslider-caption-description">Angekommen! Nach Wochen erreichen wir den zweitgrößten Bergsee der Welt, den Yssykköl.</div> </div> </div> </div><div class="cycloneslider-prev"></div><div class="cycloneslider-next"></div></div><div id="cycloneslider-kirgistan-1-pager" class="cycloneslider-template-thumbnails cycloneslider-thumbnails"	style="max-width:1150px" ><ul class="clearfix"> <li><img src="https://www.weltseher.de/wp-content/uploads/2014/09/DSC1736g-40x40.jpg" width="40" height="40" alt="" title="" /></li> <li><img src="https://www.weltseher.de/wp-content/uploads/2014/09/DSC001-40x40.jpg" width="40" height="40" alt="" title="" /></li> <li><img src="https://www.weltseher.de/wp-content/uploads/2014/09/DSC9714-40x40.jpg" width="40" height="40" alt="" title="" /></li> <li><img src="https://www.weltseher.de/wp-content/uploads/2014/09/DSC8499-40x40.jpg" width="40" height="40" alt="" title="" /></li> <li><img src="https://www.weltseher.de/wp-content/uploads/2014/09/DSC0377-40x40.jpg" width="40" height="40" alt="" title="" /></li> <li><img src="https://www.weltseher.de/wp-content/uploads/2014/09/DSC0831-40x40.jpg" width="40" height="40" alt="" title="" /></li> <li><img src="https://www.weltseher.de/wp-content/uploads/2014/09/DSC1975-40x40.jpg" width="40" height="40" alt="" title="" /></li> <li><img src="https://www.weltseher.de/wp-content/uploads/2014/09/DSC9125-40x40.jpg" width="40" height="40" alt="" title="" /></li> <li><img src="https://www.weltseher.de/wp-content/uploads/2014/09/DSC9192-40x40.jpg" width="40" height="40" alt="" title="" /></li> <li><img src="https://www.weltseher.de/wp-content/uploads/2014/09/DSC8454-40x40.jpg" width="40" height="40" alt="" title="" /></li> <li><img src="https://www.weltseher.de/wp-content/uploads/2014/09/DSC1807-40x40.jpg" width="40" height="40" alt="" title="" /></li> </ul></div>
</p>
<h2 style="text-align: left;">Durch die Berge im Gangnam Style</h2>
<p style="text-align: justify;">Mit dem Sammeltaxi, das uns von Bischkek nach Dschalalabad bringt, fahren wir an den verbrannten Ruinen seiner einst prächtigen Villa vorbei. Die Diplomaten warnen auch vor islamistischen Terroristen, die im Süden des Landes operieren – in der Gegend, in die wir gerade unterwegs sind. Das Radio schreit „Gangnam Style“, während der Kleinbus durch die fast menschenleere Berglandschaft saust. Selbst an so entlegenen Orten gibt es vor dem Song wohl kein Entkommen. Derweil wechselt draußen Hitze im Tal mit Schnee auf Bergpässen. Jurten ziehen vorbei, Reiter treiben Schafe vor sich her.</p>
<p style="text-align: justify;">Der neugierige Typ vorne beim Fahrer fällt mir erst gar nicht auf. Eingequetscht zwischen Tobi und einem Landarbeiter auf der Rückbank, sehe ich nur seinen Hinterkopf mit den dunklen kurzen Haaren. In den acht Stunden unserer Fahrt stellt er immer wieder Fragen: Wo wir her kämen, wo wir hin wollten. Als er kurz vor Dschalalabad eine Nachricht in sein Handy tippt und mir der Rückspiegel sein jetzt vielsagend wirkendes Lächeln zeigt, fallen mir die Warnungen des Auswärtigen Amtes vor Terroristen wieder ein. Der Fahrer hält mitten in der Stadt vor einem ehemaligen sowjetischen Hotel. Es heißt „Mül Mül“ und sieht auch so aus. Der Putz bröckelt wohl schon seit Jahrzehnten vor sich hin. Obwohl er nicht hier wohnt, steigt der Neugierige mit uns aus. Erst jetzt, und vor allem weil er sich ungefragt meinen Rucksack aus dem Kofferraum schnappt und mit ihm davon marschiert, sehe ich ihn mir genauer an: Seine Haut ist braun wie Leder und umschließt dunkle Augen. Ein junger Mann, vielleicht Mitte zwanzig. In dem gestreiften Pulli wirkt er wie eine Wespe. Da ist er mit meinem Rucksack auch schon ins Hotel verschwunden.</p>
</p>
<h2 style="text-align: left;">Reisegruppe wider Willen</h2>
<p style="text-align: justify;">„Ein Zimmer für meine Freunde aus Deutschland, aber ein gutes!“, verlangt er von der alten Frau an der Rezeption. Dann stellt die Wespe sich vor: Ulanbek, eigentlich auf Dienstreise, um für seine Firma den Baufortschritt an Einfamilienhäusern zu inspizieren. Aber an irgendeinem Punkt unserer Fahrt hat er wohl beschlossen, unser persönlicher Reiseassistent zu werden. „Ruht euch eine Stunde aus“, ordnet er an, nachdem er das spartanisch eingerichtete Hotelzimmer für in Ordnung befindet. „Duscht, dann zeige ich euch die Stadt.“ Allahu akbar, Gott ist groß, ruft der Muezzin von der nahe gelegenen Moschee. Die Sonne versinkt hinter den Bergen, Grillen zirpen, wir spazieren mit unserem neuen Freund über den Hauptplatz. In dessen Mitte spuckt ein kreisrunder Brunnen hohe Fontänen, sie leuchten mal grün, mal blau, dann rot. Jetzt sind wir neugierig und fragen Ulan aus.</p>
<p style="text-align: justify;">Seine Frau, erzählt er, ist Russin und für die Hochzeit mit ihm vom Christentum zum Islam konvertiert. Mit ihrem kleinen Sohn leben sie in St. Petersburg, und er arbeitet als leitender Angestellter für die Baufirma seines Schwiegervaters. Das ist ungewöhnlich. Zwar verdienen Hunderttausende Kirgisen ihr Geld im Land der einstigen Beherrscher. Doch vor allem als einfache Arbeiter oder Putzkräfte. Viele Russen blicken auf sie herab. „Am Anfang waren ihre Eltern gegen unsere Beziehung“, sagt Ulan. Inzwischen verstehe er sich gut mit ihnen. Allahu akbar, stimmt der Muezzin ein weiteres Mal an, und ein grauer Van hält quietschend neben uns.</p>
</p>
<p style="text-align: justify;">Die Tür springt auf, vom Lenkrad reicht ein schmächtiger junger Mann uns die Hand. Ulans Cousin. An ihn ging die SMS aus dem Bus. Sein Vetter habe ein Abendprogramm vorbereitet, sagt er. „Steigt ein!“ Nach kurzer Fahrt halten wir vor einer Art Disko-Biergarten. Junge Menschen tanzen zu orientalischer Popmusik im Kreis, neugierige Augenpaare folgen den einzigen beiden Nicht-Asiaten hier. Wir setzen uns. Die Musik verstummt. Ein Fiepen, ein Krächzen. Dann spricht eine Männerstimme auf Russisch ins Mikrofon: „Wir begrüßen unsere Ehrengäste aus Deutschland und Österreich. Herzlich Willkommen, Markus und Tobias!“ Jemand ganz weit hinten klatscht emphatisch. Der Mann fährt fort: „Das nächste Lied widmet euch euer Ulanilein!“ Michael Jackson singt „You are not alone“. Wir bestellen kirgisisches Bier.</p>
</p>
<h2 style="text-align: left;">Plötzlich allein im Nusswald</h2>
<p style="text-align: justify;">Der nächste Morgen. Lautes Klopfen an der Zimmertür reißt mich aus dem Schlaf. Am Abend im Biergarten hatte ich erzählt, wir wollten nach Arslanbob fahren, wo der größte natürliche Walnussbaumwald der Erde wächst. Nun hat Ulan schon alles ganz genau geplant. „Frühstückt“, befiehlt er. „Dann gehen wir zum Taxibahnhof.“ Ich selbst habe noch nie einen fremden Touristen von Hamburg nach Berlin begleitet, nur um ihm die Stadt zu zeigen. Ulan hingegen sitzt wie selbstverständlich auf der dreistündigen Fahrt von Dschalalabad nach Arslanbob mit uns im Taxi und blickt zufrieden aus dem Fenster.</p>
<p style="text-align: justify;">Zuerst hatte es noch so ausgesehen, als wollte er für uns lediglich einen guten Preis mit dem Fahrer aushandeln. Doch nein, er wollte unbedingt mit. „Aber du hast doch in Dschalalabad beruflich zu tun. Wir möchten dir keine Umstände machen. Du brauchst dir keine Sorgen um uns zu machen, wir kommen klar.“ Die Einwände beleidigen ihn. Einerseits froh, dass wir keinem Taliban-Späher begegnet sind, ist uns auch klar: Auf eigene Faust werden wir Kirgistan so nicht entdecken. Ich überlege, wie man Ulan wohl höflich loswerden könnte, und komme mir undankbar vor.</p>
</p>
<p style="text-align: justify;">Ankunft in Arslanbob in 1500 Metern Höhe. Der Legende nach brachte Alexander der Große die Walnuss von diesem weltvergessenen Winkel nach Europa. Über viele tausend Hektar erstreckt sich der Wald ins Umland. Wie Tentakel winden sich vom Marktplatz aus Trampelpfade die Berge hinauf, bevölkert von Hühnern und Eseln. Männer mit langen grauen Bärten bleiben stehen, um uns zum Gruß die Hand zu reichen. „Salem Aleikum“, rufen spielende Kinder und wollen fotografiert werden. Nach einer Stunde Marsch beginnt der Wald, und mit ihm kommt die Kühle. Einem Ozean gleich rauschen die Blätter der alten Bäume im Wind. Am Wegesrand liegen heruntergefallene, unreife Nüsse. Umgerechnet 70 Cent bekommen die Familien aus Arslanbob auf dem Dorfmarkt für ein Kilogramm davon, erzählt der Mann, der uns den Wald zeigt. Denn Ulan ist nicht mehr bei uns.</p>
<div class="cycloneslider cycloneslider-template-thumbnails cycloneslider-width-responsive" id="cycloneslider-kirgistan-pferde-spezial-2" style="max-width:1150px" ><div class="cycloneslider-slides cycle-slideshow"	data-cycle-allow-wrap="true" data-cycle-dynamic-height="off" data-cycle-auto-height="1150:647" data-cycle-auto-height-easing="null" data-cycle-auto-height-speed="250" data-cycle-delay="0" data-cycle-easing="" data-cycle-fx="fade" data-cycle-hide-non-active="true" data-cycle-log="false" data-cycle-next="#cycloneslider-kirgistan-pferde-spezial-2 .cycloneslider-next" data-cycle-pager="#cycloneslider-kirgistan-pferde-spezial-2 .cycloneslider-pager" data-cycle-pause-on-hover="true" data-cycle-prev="#cycloneslider-kirgistan-pferde-spezial-2 .cycloneslider-prev" data-cycle-slides="&gt; div" data-cycle-speed="1000" data-cycle-swipe="false" data-cycle-tile-count="7" data-cycle-tile-delay="100" data-cycle-tile-vertical="true" data-cycle-timeout="400000"	> <div class="cycloneslider-slide cycloneslider-slide-image" > <img src="https://www.weltseher.de/wp-content/uploads/2014/09/DSC0638.jpg" alt="" title="" /> <div class="cycloneslider-caption"> <div class="cycloneslider-caption-title"></div> <div class="cycloneslider-caption-description">Zäune gibt es für kirgisische Pferde selten. Dafür binden die Nomaden ihnen die Beine zusammen, damit sie nicht weglaufen können.</div> </div> </div> <div class="cycloneslider-slide cycloneslider-slide-image" > <img src="https://www.weltseher.de/wp-content/uploads/2014/09/DSC0030.jpg" alt="" title="" /> <div class="cycloneslider-caption"> <div class="cycloneslider-caption-title"></div> <div class="cycloneslider-caption-description">Während die Menschen zu hause sind, grasen die Tiere in Jurtennähe.</div> </div> </div> <div class="cycloneslider-slide cycloneslider-slide-image" > <img src="https://www.weltseher.de/wp-content/uploads/2014/09/DSC0721.jpg" alt="" title="" /> <div class="cycloneslider-caption"> <div class="cycloneslider-caption-title"></div> <div class="cycloneslider-caption-description">Die Sättel liegen schon zum Ausritt bereit.</div> </div> </div> <div class="cycloneslider-slide cycloneslider-slide-image" > <img src="https://www.weltseher.de/wp-content/uploads/2014/09/DSC0853.jpg" alt="" title="" /> <div class="cycloneslider-caption"> <div class="cycloneslider-caption-title"></div> <div class="cycloneslider-caption-description">Gleich geht's los.</div> </div> </div> <div class="cycloneslider-slide cycloneslider-slide-image" > <img src="https://www.weltseher.de/wp-content/uploads/2014/09/DSC9917.jpg" alt="" title="" /> <div class="cycloneslider-caption"> <div class="cycloneslider-caption-title"></div> <div class="cycloneslider-caption-description">Schon als Kinder lernen die Kirgisen reiten und wie die Pferdezucht funktioniert.</div> </div> </div> <div class="cycloneslider-slide cycloneslider-slide-image" > <img src="https://www.weltseher.de/wp-content/uploads/2014/09/DSC1726d.jpg" alt="" title="" /> <div class="cycloneslider-caption"> <div class="cycloneslider-caption-title"></div> <div class="cycloneslider-caption-description">Einige verdienen mit ihren Reitkünsten später Geld. So wie dieser junge Mann, der im Hochgebirge als Touristenführer arbeitet.</div> </div> </div> <div class="cycloneslider-slide cycloneslider-slide-image" > <img src="https://www.weltseher.de/wp-content/uploads/2014/09/DSC9798.jpg" alt="" title="" /> <div class="cycloneslider-caption"> <div class="cycloneslider-caption-title"></div> <div class="cycloneslider-caption-description">Kirgisische Pferde sind die Berge gewöhnt und nehmen auch Schnee und Kälte gelassen hin.</div> </div> </div> <div class="cycloneslider-slide cycloneslider-slide-image" > <img src="https://www.weltseher.de/wp-content/uploads/2014/09/DSC9830.jpg" alt="" title="" /> <div class="cycloneslider-caption"> <div class="cycloneslider-caption-title"></div> <div class="cycloneslider-caption-description">Dieser alte Mann mit der traditionellen Kopfbedeckung und sein Pferd sind seit vielen Jahren ein Team. Gekauft hat er es auf einem Viehmarkt.</div> </div> </div> <div class="cycloneslider-slide cycloneslider-slide-image" > <img src="https://www.weltseher.de/wp-content/uploads/2014/09/DSC0991.jpg" alt="" title="" /> <div class="cycloneslider-caption"> <div class="cycloneslider-caption-title"></div> <div class="cycloneslider-caption-description">Das ist zwar kein Pferd, trotzdem hat diese Kuh keine Lust, sich auf dem größten Viehmarkt in Karakol verkaufen zu lassen.</div> </div> </div> </div><div class="cycloneslider-prev"></div><div class="cycloneslider-next"></div></div><div id="cycloneslider-kirgistan-pferde-spezial-2-pager" class="cycloneslider-template-thumbnails cycloneslider-thumbnails"	style="max-width:1150px" ><ul class="clearfix"> <li><img src="https://www.weltseher.de/wp-content/uploads/2014/09/DSC0638-40x40.jpg" width="40" height="40" alt="" title="" /></li> <li><img src="https://www.weltseher.de/wp-content/uploads/2014/09/DSC0030-40x40.jpg" width="40" height="40" alt="" title="" /></li> <li><img src="https://www.weltseher.de/wp-content/uploads/2014/09/DSC0721-40x40.jpg" width="40" height="40" alt="" title="" /></li> <li><img src="https://www.weltseher.de/wp-content/uploads/2014/09/DSC0853-40x40.jpg" width="40" height="40" alt="" title="" /></li> <li><img src="https://www.weltseher.de/wp-content/uploads/2014/09/DSC9917-40x40.jpg" width="40" height="40" alt="" title="" /></li> <li><img src="https://www.weltseher.de/wp-content/uploads/2014/09/DSC1726d-40x40.jpg" width="40" height="40" alt="" title="" /></li> <li><img src="https://www.weltseher.de/wp-content/uploads/2014/09/DSC9798-40x40.jpg" width="40" height="40" alt="" title="" /></li> <li><img src="https://www.weltseher.de/wp-content/uploads/2014/09/DSC9830-40x40.jpg" width="40" height="40" alt="" title="" /></li> <li><img src="https://www.weltseher.de/wp-content/uploads/2014/09/DSC0991-40x40.jpg" width="40" height="40" alt="" title="" /></li> </ul></div>
<h2 style="text-align: left;">Ein letztes Mal</h2>
<p style="text-align: justify;">Es war nicht leicht gewesen, ihn zu überzeugen, dass er beruhigt allein zurückfahren könne. Erst nachdem er die Unterkunft bei einer Gastfamilie inspiziert und unsere Handynummern gespeichert hatte, stieg er ins Taxi. Drei Tage später sehen wir ihn wieder – ein letztes Mal, für zehn Minuten. „Wir fahren gleich weiter nach Osch“, sagen wir Ulan, der extra zum Busbahnhof von Dschalalabad geeilt ist. Er ist nur ein bisschen beleidigt.</p>
</p>
<p style="text-align: justify;">Seine Stimme hören wir in den nächsten zwei Wochen noch regelmäßig. Er ruft an und will wissen, was wir so treiben. Wir erzählen, wie wir ins Hochland ritten und in Jurten, Zelten von Nomaden, schliefen. „Das hättet ihr auch bei meinen Verwandten machen können!“ Von der störrischen Kuh auf dem größten Viehmarkt Zentralasiens in Karakol. „Ein Freund von mir hätte euch herumgeführt!“ Und von unserem Strandurlaub am viel zu kalten Bergsee Yssykköl. „Ich kenne da ein gutes Hotel!“ Kurz vor unserem Abflug aus Bischkek ein letztes Telefonat: „Gib mir deine E-Mail-Adresse“, sagt Ulan, „vielleicht komme ich mal nach Deutschland.“ Zurück in Hamburg vergehen die Wochen. Warum hat er noch nicht geschrieben, frage ich mich, bereit, ihm Berlin, Köln oder München zu zeigen. Und wie zum Trost spielt das Radio: „You are not alone“.</p>
<p><img src="http://vg06.met.vgwort.de/na/beddd83334ee4205a4ec277bcf6fa84e" width="1" height="1" alt=""></p>
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		<title>Das Tal der Elefanten</title>
		<link>https://www.weltseher.de/das-tal-der-elefanten/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 04 Aug 2014 11:00:15 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Thailand]]></category>
		<category><![CDATA[Elefanten]]></category>
		<category><![CDATA[Katrin Klaus]]></category>
		<category><![CDATA[Reise]]></category>
		<category><![CDATA[Tiere]]></category>
		<category><![CDATA[Tierschutz]]></category>
		<category><![CDATA[Urlaub]]></category>
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					<description><![CDATA[In Thailand werden Elefanten für schwere Arbeit eingesetzt, dafür qualvoll trainiert und misshandelt. Eine Frau will das nicht länger hinnehmen und hat auf eigene Faust ein Refugium geschaffen, wo die Tiere in Frieden leben sollen.<p> <a class="continue-reading-link" href="https://www.weltseher.de/das-tal-der-elefanten/"><i class="icon-right-dir"></i></a></p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: left;"><strong>In Thailand werden Elefanten für schwere Arbeit eingesetzt, dafür qualvoll trainiert und misshandelt. Eine Frau will das nicht länger hinnehmen und hat auf eigene Faust ein Refugium geschaffen, wo die Tiere in Frieden leben sollen.</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Schon aus der Ferne erkennt man die grauen Riesen. 60 Kilometer nördlich der thailändischen Metropole Chiang Mai, in einem Tal umgeben von Wäldern auf Bergen, durchschlängelt von einem Fluss, liegt er: der Elephant Nature Park (ENP). Die meisten Tiere hier haben ein hartes Schicksal hinter sich. Tiefe Narben auf ihrer grauen Haut zeugen von Schlägen, Ketten und Stichen. Zugefügt von den „Mahouts“, wie Elefantentrainer in Thailand heißen. Einer von ihnen ist Gawn.</p>
<p style="text-align: justify;">Winzig wirkt er auf dem  Rücken des Elefanten, der sich langsam nähert. Aber er hält nicht den üblichen Elefantenhaken, einen langen Holzstab mit Metallspitze und –haken zum Kontrollieren des Tieres, in der Hand. Stattdessen gibt der Mann mit den schwarzen Haaren geduldig Kommandos und lenkt den Giganten mit Worten in eine andere Richtung. Und Hope, so heißt der 13 Jahre alte Elefantenbulle, gehorcht. „Er folgt mir, weil er mich mag. Und ich mag ihn“, erklärt Gawn. Der 35-Jährige stammt aus dem Nachbarstaat Birma und betreut den Jungbullen bereits seit sieben Jahren.</p>
<h2 style="text-align: justify;">Seltener Elefant ohne Narben</h2>
<p style="text-align: justify;">„Ich versuche“, sagt Gawn, „jeden Morgen herauszufinden, in welcher Stimmung Hope ist und entscheide dann, was wir an dem Tag machen. Zum Beispiel auf die andere Seite des Flusses zu gehen.“ Auf Hopes Haut findet sich keine einzige Narbe, keine Spur von Schlägen oder Stichen. Das gibt es sehr selten in Asien.</p>
<p style="text-align: justify;">Als Touristenattraktion lässt sich in asiatischen Ländern viel Geld mit den Dickhäutern verdienen. Das Training dafür beginnt früh. Weibliche Elefantenkälber müssen mit vier Jahren durch die „Phajaan“ Prozedur, männliche sogar schon mit zwei. Für Generationen von Mahouts ist es eine Erziehungskur. Für Tierschützer eine grausame Foltermethode. Und es dauert an, bis der junge Elefant gebrochen wurde. Bis er sich unterwirft. Bis er gehörig ist und keinen eigenen Willen mehr hat.</p>
<p style="text-align: justify;"><div class="cycloneslider cycloneslider-template-thumbnails cycloneslider-width-responsive" id="cycloneslider-1092-3" style="max-width:1150px" ><div class="cycloneslider-slides cycle-slideshow"	data-cycle-allow-wrap="true" data-cycle-dynamic-height="off" data-cycle-auto-height="1150:647" data-cycle-auto-height-easing="null" data-cycle-auto-height-speed="250" data-cycle-delay="0" data-cycle-easing="" data-cycle-fx="fade" data-cycle-hide-non-active="true" data-cycle-log="false" data-cycle-next="#cycloneslider-1092-3 .cycloneslider-next" data-cycle-pager="#cycloneslider-1092-3 .cycloneslider-pager" data-cycle-pause-on-hover="true" data-cycle-prev="#cycloneslider-1092-3 .cycloneslider-prev" data-cycle-slides="&gt; div" data-cycle-speed="1000" data-cycle-swipe="false" data-cycle-tile-count="7" data-cycle-tile-delay="100" data-cycle-tile-vertical="true" data-cycle-timeout="2147483647"	> <div class="cycloneslider-slide cycloneslider-slide-image" > <img src="https://www.weltseher.de/wp-content/uploads/2014/07/elefanten6.jpg" alt="" title="" /> <div class="cycloneslider-caption"> <div class="cycloneslider-caption-title"></div> <div class="cycloneslider-caption-description">Idyllisches Refugium für geplagte Elefanten: 60 Kilometer nördlich der thailändischen Metropole Chiang Mai liegt der Elephant Nature Park. © Jodi Thomas</div> </div> </div> <div class="cycloneslider-slide cycloneslider-slide-image" > <img src="https://www.weltseher.de/wp-content/uploads/2014/07/elefanten1.jpg" alt="" title="" /> <div class="cycloneslider-caption"> <div class="cycloneslider-caption-title"></div> <div class="cycloneslider-caption-description">Im Park gibt es regelmäßig Elefanten-Nachwuchs. © Jodi Thomas</div> </div> </div> <div class="cycloneslider-slide cycloneslider-slide-image" > <img src="https://www.weltseher.de/wp-content/uploads/2014/07/elefanten3.jpg" alt="" title="" /> <div class="cycloneslider-caption"> <div class="cycloneslider-caption-title"></div> <div class="cycloneslider-caption-description">Jungbulle Hope erfrischt sich mit seinem Mahout Gawn im Fluss © Jodi Thomas</div> </div> </div> <div class="cycloneslider-slide cycloneslider-slide-image" > <img src="https://www.weltseher.de/wp-content/uploads/2014/07/elefanten4.jpg" alt="" title="" /> <div class="cycloneslider-caption"> <div class="cycloneslider-caption-title"></div> <div class="cycloneslider-caption-description">Die Gründerin des Elefantenparks hat auch obdachlose Hunde, ein dreibeiniges Pony und zahlreiche Wasserbüffel aufgenommen. © Jodi Thomas</div> </div> </div> <div class="cycloneslider-slide cycloneslider-slide-image" > <img src="https://www.weltseher.de/wp-content/uploads/2014/07/elefanten5.jpg" alt="" title="" /> <div class="cycloneslider-caption"> <div class="cycloneslider-caption-title"></div> <div class="cycloneslider-caption-description">Die Gründerin des Parks: Wegen ihrer Statur nennen sie alle Lek, thailändisch für: die Kleine. © Jodi Thomas</div> </div> </div> <div class="cycloneslider-slide cycloneslider-slide-image" > <img src="https://www.weltseher.de/wp-content/uploads/2014/07/elefanten7.jpg" alt="" title="" /> <div class="cycloneslider-caption"> <div class="cycloneslider-caption-title"></div> <div class="cycloneslider-caption-description">Tagsüber können sich die Elefanten frei auf dem 40 Hektar großen Areal bewegen. © Jodi Thomas</div> </div> </div> </div><div class="cycloneslider-prev"></div><div class="cycloneslider-next"></div></div><div id="cycloneslider-1092-3-pager" class="cycloneslider-template-thumbnails cycloneslider-thumbnails"	style="max-width:1150px" ><ul class="clearfix"> <li><img src="https://www.weltseher.de/wp-content/uploads/2014/07/elefanten6-40x40.jpg" width="40" height="40" alt="" title="" /></li> <li><img src="https://www.weltseher.de/wp-content/uploads/2014/07/elefanten1-40x40.jpg" width="40" height="40" alt="" title="" /></li> <li><img src="https://www.weltseher.de/wp-content/uploads/2014/07/elefanten3-40x40.jpg" width="40" height="40" alt="" title="" /></li> <li><img src="https://www.weltseher.de/wp-content/uploads/2014/07/elefanten4-40x40.jpg" width="40" height="40" alt="" title="" /></li> <li><img src="https://www.weltseher.de/wp-content/uploads/2014/07/elefanten5-40x40.jpg" width="40" height="40" alt="" title="" /></li> <li><img src="https://www.weltseher.de/wp-content/uploads/2014/07/elefanten7-40x40.jpg" width="40" height="40" alt="" title="" /></li> </ul></div>
<h2 style="text-align: left;">&#8222;Sie schlagen und brüllen, stechen und schikanieren das Elefanten-Baby.&#8220;</h2>
<p style="text-align: justify;">Dazu kommt er in einen engen Holzkäfig. Der Rest erscheint wie Chaos. Unzählige Männer schlagen und brüllen, stechen und schikanieren. Das Baby leidet unter Schlaf-, Futter- und Wasserentzug. Ihm werden Kommandos beigebracht, die er später befolgen muss. „Nicht den Kopf schütteln, wenn jemand auf dir sitzt! Heb das Bein! Halte still! Schwing deinen Rüssel nicht in meine Richtung!“ Unterstützt durch den Elefantenhaken. Die Füße der Babys sind zusammen gekettet. Flucht aussichtslos. Irgendwann geben sie auf.</p>
<p style="text-align: justify;">Friedlicher ist es auf dem fast 40 Hektar großen Areal des Elefanten-Parks. Dass Hope nie durch das „Phajaan“ musste, hat er einer Frau zu verdanken: Sangduen Chailert. Wegen ihrer Statur nennen sie alle nur „Lek“, die Kleine. Schon als Kind kam sie mit den grauen Riesen durch ihren Großvater in Berührung. Als sie erlebte, wie sie gequält wurden, änderte sich ihr Leben. 1992 rettete sie den ersten Elefanten. Drei Jahre später gründete die 51-Jährige den Elephant Nature Park. Seitdem folgten viele Dickhäuter: Von Elefantenreitstationen, aus Zuchtanlagen, von Zirkussen, von der Straße oder vom illegalen Holztransport. Viele waren krank, als sie in den ENP kamen. Manche blind, auf Landminen getreten, drogenabhängig, verkrüppelt, verstümmelt, massakriert. „Wäre es anders, hätten die Besitzer sie nicht so billig verkauft“, sagt Lek und blickt langsam über das Gelände.</p>
<h2 style="text-align: left;">Touristen informieren sich zu wenig</h2>
<p style="text-align: justify;">Der Tourismus mit Elefanten boomt in ganz Asien. „Das Problem ist, dass sich die meisten – auch deutsche – Touristen zu wenig informieren“, sagt Lek. Sie wollen nah an einem Elefanten sein, ihn streicheln und auf ihm reiten. Was sie dabei nicht sehen, sind die vielen Narben auf dem Kopf des Elefanten, den Elefantenhaken in der Hand des Mahouts oder die scharfen Klingen hinter den Ohren der Elefanten, damit sie ihren Kopf nicht drehen können.</p>
<p style="text-align: justify;">Gesponsert durch einen Texaner konnte Lek vor gut zehn Jahren auf größeres Land ziehen und baute immer mehr ihr Refugium für Elefanten auf. Mittlerweile helfen 40 Angestellte und viele freiwillige Helfer aus aller Welt. Sie kümmern sich um die derzeit 36 asiatischen Elefanten, die zwischen Gras und Fluss hin und her streifen. Zahlende Besucher, die tagsüber die Tiere baden und füttern können, helfen zusätzlich.</p>
<p style="text-align: justify;">Unterwegs zum Fluss sind nun auch Jungbulle Hope und sein Mahout Gawn. Zielstrebig stapft das dreieinhalb Tonnen schwere und zweieinhalb Meter hohe Tier auf das erfrischende Wasser zu. Auf dem Rücken thront Gawn. Er ist der einzige, der den Jungbullen reiten darf; und Hope ist der einzige Elefant, der hier geritten wird. Der Grund: Der stürmische Jungbulle schüchtert die Elefantenkühe durch seine bloße Präsenz ein. Der Mahout soll den Bullen von ihnen fern halten. Aber sanft, mit Geduld. Gewalt gegen Elefanten ist im ENP streng verboten, die Mahouts arbeiten mit Futter-Belohnungen. „Hope zu führen ist eine große Verantwortung. Manchmal kann er ein guter Junge sein, manchmal nicht. Deshalb bin ich sehr stolz, dass ich ihn umsorgen und reiten kann ohne einen Elefantenhaken zu benutzen“, sagt Gawn.</p>
<h2 style="text-align: left;">Elefantenpark beherbergt auch Hunde, Ponys und Wasserbüffel</h2>
<p style="text-align: justify;">Gern würde Gründerin Lek noch mehr Tiere aufnehmen. Doch inzwischen gebe es sogar eine Warteliste, sagt sie. Denn nicht nur Elefanten finden bei ihr ein Zuhause. Der ENP quillt geradezu über vor hilfsbedürftigen Tieren, seit sie nach der großen Bangkok-Überschwemmung 2011 hunderten herrenlosen Hunden Zuflucht gewährt hat. Auch ein dreibeiniges Pony und 55 Wasserbüffel leben hier. Hinzu kommt der Elefanten-Nachwuchs: Fünf Babys wurden schon geboren. Ein Erfolg für das Konzept des Parks, da sich Elefanten nur in stressfreier Umgebung fortpflanzen.</p>
<p style="text-align: justify;">Deshalb ist Lek immer auf der Suche nach neuem Gebiet und Grundstücken, die sie kaufen kann. Die Landbesitzer in der Gegend verlangen exorbitante Preise, weil der ENP so viele Touristen anzieht und sie ein gutes Geschäft wittern. Lek hat bereits 60 Hektar Land im Dschungel angemietet. Sie nennt es „Elephant Haven“. Ihr Ziel ist es, irgendwann alle kräftigen und gesunden Elefanten auf solches Land zu entlassen. Eingezäunt, geschützt, aber groß genug, damit sich Elefanten frei und naturgetreu bewegen können. Auch Hope könnte dorthin.</p>
<h2 style="text-align: left;">&#8222;Mit dem Holztransport hat der Mensch die Elefanten gezwungen, ihren eigenen Lebensraum zu zerstören&#8220;</h2>
<p style="text-align: justify;"> Der Jungbulle genießt mittlerweile das kühle Nass, saugt literweise Flusswasser mit seinem Rüssel auf und sprüht es sich über den Rücken. Auch Gawn ist patschnass. Am Ufer herumliegende Hunde schauen dem regen Treiben zu. Fast könnte man die Probleme vergessen: Vor 100 Jahren gab es noch allein 100.000 Arbeitselefanten. Heute zählen hier alle Dickhäuter zusammen nur noch 3.000, zwei Drittel davon sind zu einem Arbeitsleben verdammt. Besonders zynisch: Mit dem Holztransport hat der Mensch die Elefanten gezwungen, ihren eigenen Lebensraum zu zerstören. Mit dem Verschwinden der Elefanten geht auch die Zahl der Mahouts zurück. Alle, die Im ENP arbeiten, stammen aus dem Nachbarstaat Birma. Für Thailänder ist das nur selten eine Option: Keine Aufstiegschancen, schlechtes Gehalt.</p>
<p style="text-align: justify;">„Das hat positive und negative Seiten“, erklärt Jodi Thomas. Die 49-jährige US-Amerikanerin lebt seit zehn Jahren im ENP. Sie kam als freiwilliger Helfer und ging nie wieder, unterstützt Lek, wo sie kann und liebt Elefanten wie Menschen. „Mit den Mahouts stirbt auch das Phajaan aus. Aber andererseits geht das Wissen im Umgang mit den Elefanten verloren, das von Generation zu Generation weitergegeben wurde“, sagt sie und blickt über das weite Land bis zum Fluss, wo Hope und Gawn im Wasser spielen.</p>
<h2 style="text-align: left;">Elefantenbotschafter wollen die Welt alarmieren</h2>
<p style="text-align: justify;">Jodi koordiniert ein von Lek vor zweieinhalb Jahren ins Leben gerufenes Projekt: Elefantenbotschafter. Ihre Aufgabe und Ziel ist es, ein internationales Netzwerk an solchen Botschaftern aufzubauen, die in ihrer Heimat über die Misere und Gefahren des Asiatischen Elefanten aufklären. 100 Elefantenbotschafter arbeiten bereits mit dem ENP zusammen.</p>
<p style="text-align: justify;">„Ich glaube an die Macht der Aufklärung“, sagt Lek und wird versuchen Asiens letzte Elefanten zu retten solange sie lebt. Bei den thailändischen Behörden kommt das nicht immer gut an. Während Lek auf globale Probleme aufmerksam machen will, fühlt sich die Regierung von ihrer Aufklärungsarbeit angegriffen. Lek macht aufmerksam auf das, was hinter den Kulissen passiert und regt zum Nachdenken an. Da sie Thailänderin ist, macht sie das in Thailand, erklärt Jodi. Die Bedrohung der Elefanten gibt es aber weltweit.</p>
<p style="text-align: justify;">Der Abend kommt und endlich kühlt es ab. Elefantenbulle Hope bekommt in seinem Gehege für die Nacht noch ein paar Bündel Mais von Gawn. Was die beiden am nächsten Tag machen, weiß der Mahout noch nicht. Aber er weiß, dass er sich irgendwann verabschieden muss. Irgendwann, so hofft Gawn, wird er einen besser bezahlten Job für sich und seine Familie finden. Und irgendwann wird Hope in den Dschungel entlassen. Wer auch immer zuerst „Tschüss“ sagen muss – vermissen wird Gawn seinen Bullen auf jeden Fall.</p>
<h6 style="text-align: justify;"><span style="text-decoration: underline;"><em>Links zum Artikel: </em></span> <a href="http://www.elephantnaturepark.org/" target="_blank"><em>Der Elephant Nature Park</em></a> <em><a href="https://www.youtube.com/watch?v=SVckvi_gWVo" target="_blank">Video des &#8222;Phajaan&#8220;</a> (Quelle : Die verstörenden Bilder wurden von Tierschützern auf Youtube gestellt. </em></h6>
<h5 style="text-align: center;"><em>Warum unsere Autorin die Elefanten nicht</em><em> mehr vergessen kann, erfährst Du im</em></h5>
<h5 style="text-align: center;"><a title="Autoreninterview mit Katrin Klaus" href="http://weltseher.de/autoreninterview-katrin-klaus/" rel="attachment wp-att-1480"><img class="size-full wp-image-1480 aligncenter" src="http://weltseher.de/wp-content/uploads/2014/06/Siehdiewelt.png" alt="Autoren-Interview" width="200" height="50" data-id="1480" /></a></h5>
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